Geschlechtswechsel - Geschlechtsumwandlung
Sozialer Geschlechtswechsel - Änderung der Gesamterscheinung
Das ukrainische Transgender Model Anastasia Eva Kristel Domani.
 Quelle: community.tpo.com/users/anastasia-eva-kristel-domani
Transsexualität wird von den Trägern dieser Eigenschaft als das Wissen bezeichnet, nicht das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht zu haben. Nach Definition der WHO ist es der Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden. Dazu zählen sich auch Menschen, die ihren Körper nicht, nur teilweise oder anders als den derzeitigen Vorstellungen in der Medizin entsprechend angleichen wollen. In der Medizin wird meist darunter verstanden, dass ein Mensch geschlechtsangleichende Maßnahmen wünscht, um seine vom Zuweisungsgeschlecht (jenes Geschlecht, das meist bei Geburt bestimmt wird) verschiedene Geschlechtsidentität leben zu können. Nach ICD-10, der gültigen Fassung der Internationalen Klassifizierung von Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme der Weltgesundheitsorganisation (WHO), zählt Transsexualismus (F64.0) als Geschlechtsidentitätsstörung zu den Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen. Diese diskriminierende und stigmatisierende Klassifikation soll mit der ICD-11, welche 2018 verabschiedet werden soll, gestrichen werden. Stattdessen wird gender incongruence („geschlechtliche Nichtübereinstimmung“) enthalten sein, welches wertfrei als Zustand verzeichnet sein wird, welcher medizinisch von Belang ist.
Das ukrainische Transgender Model Anastasia Eva Kristel Domani.
 Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Ladynylon
Menschen, die physisch weiblich sind, aber eine männliche Geschlechtsidentität haben, werden häufig als Frau-zu-Mann-Transsexuelle oder Transmänner bezeichnet. Menschen, die physisch männlich sind, aber eine weibliche Geschlechtsidentität haben, bezeichnet man entsprechend als Mann-zu-Frau-Transsexuelle oder Transfrauen. Einige transsexuelle Menschen lehnen diese Begriffe jedoch ab, da diese Wortschöpfungen die eigentlich angeborene Geschlechtsidentität, von einigen auch als Geschlechtswissen bezeichnet, nicht als geschlechtsbestimmend respektieren. Außerdem implizierten die Begriffe Mann-zu-Frau und Frau-zu-Mann, dass eine Änderung körperlicher Merkmale oder eine Änderung des Rollenverhaltens bereits eine Geschlechtsangleichung ermögliche. Da die Geschlechtsidentität ihrer Ansicht nach nicht änderbar ist, welches auch der Grund für körperliche Veränderungen und Änderungen des Rollenverhaltens ist, seien, so die Kritiker, diese Begriffe falsch. Transsexuelle Menschen mit medizinischer oder juristischer Geschlechtsanpassung bezeichnen sich oft nicht mehr als transsexuell, sondern entweder als Mann mit transsexueller Vergangenheit bzw. als Frau mit transsexueller Vergangenheit oder einfach als Mann bzw. Frau. Begriffe wie z.B. nicht-binär oder non binary, verwenden Menschen für sich, die sich als weder eindeutig weiblich noch männlich betrachten.
Wir gehen heute von einem Geschlechtskontinuum zwischen den beiden Polen "weiblich" und "männlich" aus, also von einer großen Vielfalt möglicher Geschlechtspositionen und Trans*Identitäten.
Das Geschlecht wird bei der Geburt zugeordnet und im späteren Lebenslauf immer wieder auf das Neue vom sozialen Umfeld zugeschrieben. Deckt sich diese Zuschreibung nicht mit der subjektiven Empfindung, erzeugt dies Unbehagen in der Selbstwahrnehmung und in der sozialen Interaktion. Daher wollen viele Menschen, die so empfinden, ihr Geschlecht wechseln. In dieser Personengruppe gibt es eine Fülle unterschiedlicher, sehr individueller Ansichten über Geschlechter, Geschlechtszugehörigkeiten und auch sehr unterschiedliche Wünsche und Zugänge. Dennoch können Gemeinsamkeiten erkannt und beschrieben werden.
Unter Geschlechtswechsel wird meist der Übertritt vom einen zum anderen der herkömmlichen Geschlechter verstanden und an Menschen gedacht, die ständig und dauerhaft ihr Identitätsgeschlecht leben wollen.
Um Transgender-Personen ihren Weg zwischen den Geschlechtern zu erleichtern, hat der Wiener Landtag in einem Resolutionsantrag am 5. April 2013 Verbesserungen gesetzlicher Rahmenbedingungen zur Erleichterung der Lebensbedingungen von Transgender-Personen auf Bundesebene gefordert und sich für die freie Wahl des Vornamens sowie für die umfassende Anerkennung des gelebten und empfundenen Geschlechts ausgesprochen.
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Transsexualität und Bundeswehr
Im Dienst Offizier, nach Feierabend in Frauenkleidern
Berliner Zeitung, Joachim Ortmann - 31. Jänner 2017
Quelle: Berliner Zeitung - Foto: Bundeswehr/ Sebastian Wilke
Frau Oberstleutnant im Generalstab Anastasia Biefang. Sie bekam Unterstützung auf allen Ebenen.
Quelle: Berliner Zeitung - Foto: Bundeswehr/ Sebastian Wilke
Anastasia Biefang hat es bei der Bundeswehr bis zum Oberstleutnant im Generalstab gebracht – als Mann. Doch sie fühlt sich als Frau und will in Zukunft auch so leben. 24 Stunden am Tag, also auch im Dienst.
20 Jahre lang hat sie sich vor dieser Entscheidung gedrückt, gestand sie jetzt dem Bundeswehr-Magazin „Y“. Führte ein Doppelleben. Im Dienst der akkurate Offizier, nach Feierabend war sie mit Freunden in Frauenkleidern und Perücke unterwegs. Und litt: „Ich hatte schon immer das Gefühl, das Leben als Mann macht mich nicht glücklich. Ich habe versucht, im Dienst den Mann hervorzukehren, wollte Karriere machen und mich nicht ständig mit meiner Transsexualität auseinandersetzen.“ Ein riskanter Spagat. Der Wunsch, endlich als Frau leben zu können, wird immer stärker, ihr geht es psychisch schlecht. „Leiden am falschen Körper“ wird Transsexualität oft genannt. Deshalb beschließt sie, ihr Leben radikal zu ändern. Erst die Ohrstecker und nach Rückkehr aus dem Urlaub wirft sie alle Männerkleidung weg. Nur die Uniform nicht. Die gebürtige Krefelderin vertraut sich zunächst ihrem Vorgesetzten an, dann dem Truppenarzt. Sie wird an einen Sexualtherapeuten im Bundeswehrkrankenhaus Berlin überwiesen. Dort stellt sie sich so vor: „Ich bin eine Frau im Körper eines Mannes“. Sie wolle das ändern.
Sie spricht mit ihrer Familie, die eh etwas ahnte: „Sie wussten ja von meinem Schrank mit Frauenkleidern.“ Die heute 42-Jährige outet sich vor ihren Kameraden und Kollegen. Dann informiert sie ihren weiteren Vorgesetzten im Ministerium. „Der war zunächst völlig sprachlos.“ Und Biefang ist positiv überrascht: „Niemand hat sich abgewandt, ich hatte Unterstützung auf allen Ebenen. Dafür bin ich dankbar.“
Doch es liegt noch viel vor ihr. Therapeutische Behandlung, psychologische Tests, ärztliche Gutachten, Hormonbehandlung, der Alltagstest. Transsexuelle müssen ein Jahr ihr eigenes Geschlecht offen leben – auch im Beruf – bevor weitere Schritte folgen. Einen wichtigen hat sie bereits hinter sich. Die „Personenstandsänderung“. Das Geschlecht wird offiziell geändert und sie heißt nun auch in neuen Papieren Anastasia. Auch im Truppenausweis. „Es ist ein richtig gutes Gefühl, offiziell anerkannt zu sein. Ich bin endlich eine Frau – auch bei der Bundeswehr.“
Und heute? „Ich bin sehr glücklich, es war für mich die einzig richtige Entscheidung.“ Der nächste Schritt für sie – die geschlechtsangleichende Operation – ist für Sommer geplant. (Berliner Zeitung, 31. Jänner 2017).
Die ganze Geschichte auf:
www.berliner-zeitung.de/im-dienst-offizier--nach-feierabend-in-frauenkleidern
Erst Mann, dann Frau, jetzt wieder Mann
Die (Zurück-)Verwandlung
Stuttgarter Zeitung, Elsbeth Föger - 02. Mai 2017
Dankwarth als Iris im Sommer vergangenen Jahres.
Quelle: Stuttgarter Zeitung - Foto: Elsbeth Föger
Wolfgang Dankwarth lebte fast drei Jahre lang als Frau, ließ sich operieren – und bereut es. Heute will er wieder als Mann auftreten.
Wolfgang Dankwarth will sein Leben ändern. Wieder einmal. Das neue Leben beginnt mit einem Papierberg: Dokumenten, Anträgen, Gutachten. So läuft das in Deutschland, wenn man seinen Namen ändern will. Dankwarth kennt das Prozedere gut. Schließlich hat er das alles vor Jahren bereits einmal mitgemacht. Da entschloss sich Wolfgang, biologisch ein Mann, gefühlt eine Frau, sein Geschlecht zu ändern. Aus Wolfgang wurde Iris. Auf Griechisch heißt Iris „Regenbogen“. Es sollte ein schöner Name sein für eine glücklichere Zeit. Und jetzt? Bereut Dankwarth die Entscheidung – und macht sie rückgängig. Das Leben von Wolfgang Dankwarth ist ein außergewöhnliches, schillerndes. Es ist eine Geschichte von Hoffnung und Anfeindung, von Selbstfindung und Selbsttäuschung. Und von Widersprüchen. Nicht nur, was die Geschlechtsidentität angeht.
Dankwarths Freunde sind über die (Zurück-)Verwandlung glücklich. Zumindest die wenigen, zu denen er noch Kontakt hat. „Der Bekloppte hat sich wieder beruhigt“, heißt es da. Akzeptiert hat Dankwarths Umfeld die Transsexualität nie. Im Schützenverein hat man den Namen Iris nie in den Mund genommen. „Für meinen Vater war ich auch immer der Wolfgang.“ Und ein Nachbar beschimpfte ihn im Suff als „Tunte“, das tat weh. „Es ist eine Riesenscheiße, transsexuell zu sein“, sagt Dankwarth. Die Geschichte von Iris beginnt, als Wolfgang sehr jung ist – in Achern. Dort wächst das Kind auf und probiert schon früh die Kleidung seiner Mutter. Die macht sich nicht viel draus, nach zwei Totgeburten hat sie sich statt eines Jungen ohnehin ein Mädchen gewünscht. Wolfgang weiß nicht, was das ist, dieses Gefühl, anders zu sein. „Was bin ich? Diese Zerrissenheit hat sich durch mein Leben gezogen“, sagt er. Transgender, das ist damals etwas völlig Exotisches. Transsexualität verbinden viele mit dem Dunstkreis um Prostitution und Crossdressing. Öffentlich zugängliche Informationen gibt es keine. Ermutigung erst recht nicht. Wolfgang unterdrückt den Impuls... (Elsbeth Föger, 02. Mai 2017)
Die ganze Geschichte auf:
www.stuttgarter-zeitung.de/erst-mann-dann-frau-jetzt-wieder-mann
Wie kann das Geschlecht geändert werden?
"Trans Marsch" Berlin 2014.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die neuen Empfehlungen für den Behandlungsprozess des zuständigen Bundesministeriums für Gesundheit orientieren sich in weiten Teilen an den "Standards of Care for the Health of Transsexual, Transgender, and Gender Nonconforming People, The World Professional Association for Transgender Health, 7th Version, Atlanta/USA, 2011" und dem "Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorder, Version 5" (DSM-5) der American Psychiatric Association. Sie richten sich an alle am Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen beziehungsweise an die mit der Vollziehung des Personenstandsrechts betrauten Verwaltungsbehörden, implizit auch an Betroffene.
In ihnen wurde der bisherige Zwang zu mindestens 50 Stunden Psychotherapie aufgehoben. Der diagnostische Prozess zur grundsätzlichen Feststellung des Vorliegens einer Geschlechtsdysphorie beziehungsweise Transsexualismus hat in drei Teilen zu erfolgen, nämlich durch psychiatrische Diagnostik, klinisch-psychologische Diagnostik und psychotherapeutische Diagnostik. Die Ergebnisse der jeweiligen diagnostischen Prozesse sind dann in einem Konsensbeschluss durch eine sogenannte "Fallführende" beziehungsweise einen "Fallführenden" in einer Stellungnahme zusammen zu fassen. Die oder der Fallführende ist eine oder ein von der Patientin beziehungsweise dem Patienten selbst bestimmte Vertreterin beziehungsweise selbst bestimmter Vertreter der bereits eingebundenen Fachkräfte. Bei Vorliegen von Geschlechtsdysphorie beziehungsweise Transsexualismus ist für den Zeitraum der Behandlung der Patientin beziehungsweise des Patienten auf Verlangen eine Bestätigung einer behandelnden Fachkraft auszustellen, aus der die diagnostische Zuordnung sowie die Darstellung des Zusammenhanges zwischen der Behandlung und dem äußeren Erscheinungsbild hervorgehen.
Zur Freigabe für jeden Behandlungsschritt (Hormone und/oder geschlechtsangleichende OP) genügen jedoch zwei Stellungnahmen, worin diese Schritte empfohlen werden, wovon eine durch die Fachärztin beziehungsweise den Facharzt für Psychiatrie ausgestellt sein muss. Diese beiden Stellungnahmen werden von der/dem Fallführenden in einem Konsensbeschluss zusammengefasst. Das heißt, erst bei Indikationsstellung zur Einleitung somatischer Behandlungsschritte darf eine Hormontherapie erfolgen, die jedenfalls ärztlich begleitet werden muss. Dies gilt in Österreich als Heilbehandlung und wird daher von der Krankenkasse bezahlt. Parallel dazu ist die klinisch-psychologische oder psychotherapeutische Behandlung nach Bedarf fortzusetzen, bei der es auch um die Begleitung bei der real life experience geht.
Unabhängig von somatischen Maßnahmen, kann eine Personenstands- und Vornamensänderung beantragt werden. Eine geschlechtsanpassende Operationen in Form genitalchirurgischer Eingriffe, sind nach etwa einem Jahr Hormontherapie möglich. Sie sind aber nicht mehr Voraussetzung für die Personenstandsänderung.
Sozialer Geschlechtswechsel
Eltern mit Schildern bei einer Pride Veranstaltung.
Quelle: ORF.at-Network - fm4.orf.at/stories/2857496/
Der Weg "zwischen den Geschlechtern" ist meist ein langer Prozess. Oft beginnt er mit Unbehagen - bezüglich sozialer Geschlechtsrollen oder auch mit körperlichen Geschlechtsmerkmalen. Das Unbehagen verdichtet sich zu dem Gefühl, einem anderen Geschlecht anzugehören. Diese Gefühle können schon in der frühen Kindheit vorhanden sein oder sich in späteren Lebensabschnitten einstellen. Oft treten sie erstmals in der Pubertät auf.
Manche Menschen identifizieren sich von klein auf eindeutig in ihrem empfundenen Geschlecht. Sie können gar nicht verstehen, dass ihre Umgebung sie einem anderen Geschlecht zuordnet. Werden diese Kinder jedoch nicht in ihrer empfundenen Geschlechtsidentität unterstützt, kann sie das massiv verunsichern. Es kann auch dazu führen, dass sie ihre empfundene Geschlechtsidentität jahre- oder jahrzehntelang verleugnen. Vor allem ältere Menschen haben oft einen langen Leidensweg der Verdrängung oder Verleugnung ihrer eigenen Identität hinter sich. Sie sind in einer Zeit groß geworden, als Transgender-Personen noch von der Mehrheit als pervers angesehen wurden. Manchen ist es erst im hohen Alter möglich, auf ihr Empfinden zu vertrauen und ihr Geschlecht ihrem Empfinden anzupassen.
Inting: Sich der Geschlechtsidentität bewusst werden
Diese erste Phase ist meist verwirrend und es ist wichtig, Bezeichnungen für das eigene Empfinden und geeignete Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zu finden. Viele Transgender-Personen sind mit Widerständen bis hin zu offener Transphobie konfrontiert, wenn sie sich zu erkennen geben. Selbsthilfegruppen bieten eine gute Möglichkeit, vielleicht erstmals über das eigene Empfinden zu sprechen und sich mit Menschen auszutauschen, denen es ähnlich geht. Das kann helfen, mehr Klarheit und Sicherheit zu erlangen, um sich nach und nach im Freundes- und Familienkreis als Transgender Person zu offenbaren. Insbesondere Eltern und nahe Angehörige haben oft Schwierigkeiten, sich mit einer Geschlechtsänderung anzufreunden. Hier kann die professionelle Beratung von Angehörigen eine große Unterstützung sein
Coming-out: Die Geschlechtsidentität nach außen zeigen
Im "Coming-out" geht es darum, das eigene Identitätsgeschlecht anzunehmen und Schritt für Schritt in die eigene Persönlichkeit zu integrieren. Dabei ist die soziale Anerkennung besonders wichtig. Geschlechtsrollen sind historisch und kulturell unterschiedlich gestaltet. Unser Geschlecht wird auch durch Erziehung und Sozialisation bestimmt, die soziale Zuordnung erfolgt entsprechend den körperlichen Merkmalen und dem äußeren Erscheinungsbild. In der Kindheit und Pubertät erlernen wir ein dem Geschlecht entsprechendes Verhalten und Auftreten. Dabei sind Wechselwirkungen mit unseren sozialen Umfeldern prägend.
Einen ähnlichen Lernprozess müssen auch Transgender-Personen im Zuge ihres Geschlechtswechsels durchlaufen. Hier geht es um eine Angleichung des äußeren Erscheinungsbildes, um überhaupt im Identitätsgeschlecht erkannt und angesprochen zu werden, und um die Umsetzung bisher nur innerlich oder privat gelebten Geschlechtsempfindens und geschlechtsrollentypischen Verhaltens im Alltag und in der Öffentlichkeit.
Dies ist für viele mit großen Unsicherheiten verbunden. Meist ist es noch deutlich sichtbar, dass eine Person ihr Geschlecht gewechselt hat oder gerade wechselt. Die Angst, abgelehnt oder lächerlich gemacht zu werden, ist groß. Transgender-Personen leben in dieser Phase meist noch nicht vollständig in ihrem Identitätsgeschlecht, sondern arbeiten etwa im "alten" Geschlecht und erproben sich in der Freizeit, im Freundeskreis und in der Familie im eigenen Geschlecht.
Änderung der Gesamterscheinung
Die Annäherung an das Identitätsgeschlecht lässt sich nach einer gewissen Zeit des Einlebens auch nicht mehr verbergen. Die Gesamterscheinung ändert sich, Aussehen, Gestik, Mimik und Sprache werden angepasst. Ab einem bestimmten Punkt ist es Transgender-Personen emotional meist nicht mehr möglich, noch länger im abgelegten Geschlecht aufzutreten. Dann ist es nötig, auch im Arbeitsalltag ein Coming-Out zu wagen. Dies will gut geplant sein und auch hier sind Selbsthilfegruppen und professionelle Beratung hilfreiche Stützen. Nach wie vor verlieren viele Transgender-Personen im Zuge ihres Geschlechtswechsels ihren Arbeitsplatz, obwohl sie eigentlich durch das Gleichbehandlungsgesetz geschützt sind. Seit 2006 ist klar, dass das Diskriminierungsverbot aufgrund des Geschlechts auch auf Transgender-Personen anwendbar ist. Durch diese Schutzbestimmungen und die zunehmende gesellschaftliche Akzeptanz von transidenten Lebensweisen steigt die Zahl derer, die auch in ihrem Arbeitskontext in ihrem eigenen Geschlecht Anerkennung finden, langsam an.
Juristischer Geschlechtswechsel
Dieser hat zwei wesentliche Komponenten: Die Änderung des Personenstandes und die Änderung des Vornamens. Der Vorname ist ein wesentliches Identifikationsmerkmal für uns selbst und unser soziales Umfeld. Es ist kaum möglich, sich im eigenen Geschlecht einzuleben und anerkannt zu werden, wenn der Vorname diesem Geschlecht widerspricht. Eine Personenstandsänderung bedeutet die Änderung des Geschlechtseintrags im Geburtenbuch. Sie ist nötig, um auch offiziell im gelebten Geschlecht anerkannt zu werden und passende Dokumente zu erhalten
Vornamensänderung
Es ist fast unmöglich, im eigenen Geschlecht anerkannt zu werden, wenn der Vorname diesem Geschlecht widerspricht. Sowohl für eine Person selbst - mit einem unpassenden Vornamen ist es schwer, sich wohl zu fühlen und ins eigene Geschlecht einzuleben - als auch für das soziale Umfeld.
Körperlicher Geschlechtswechsel
Marie Janssen - Zwischen den beiden Aufnahmen liegen Zwei Jahre.
Quelle: https://www.flickr.com/photos/jamuraa/33893774545
Darunter versteht man die Anpassung des Körpers an das
Identitätsgeschlecht durch medizinische Behandlungen.
Für viele Transgender-Personen ist es wichtig, den Körper mit dem empfundenen Geschlecht in Einklang zu bringen, um sich vollständig im eigenen Geschlecht akzeptieren und wohlfühlen zu können. Durch eine Hormonbehandlung passen sich die sekundären Geschlechtsmerkmale im möglichen Rahmen an. Die Hormonbehandlung ist auch für die soziale Anerkennung im empfundenen Geschlecht von großer Bedeutung, da sie das äußere Erscheinungsbild geschlechtsspezifisch verändert. Hormone haben auch wesentlichen Einfluss auf Gefühle und Emotionen. Die primären Geschlechtsmerkmale können durch genitalanpassende Operationen angeglichen werden. Welche Behandlungen gewünscht werden, ist individuell sehr verschieden.
In Österreich werden heute die meisten notwendigen Behandlungen durch die gesetzlichen Krankenversicherungen bezahlt. Nach einem VwGH Urteil ist "Transsexualität dann als eine Anspruch auf Krankenbehandlung gemäß Paragraf 133 ASVG auslösende Krankheit zu werten, wenn die innere Spannung zwischen dem körperlichen Geschlecht und der seelischen Identifizierung mit dem anderen Geschlecht eine derartige Ausprägung erfahren hat, dass nur durch die Beseitigung dieser Spannung schwere Symptome psychischer Krankheiten behoben oder gelindert werden". Wichtig ist jedoch zu betonen, dass Transgenderpersonen nicht jeden dieser Schritte gehen wollen oder müssen. Mit Unterstützung der behandelnden Ärztinnen und Ärzte sowie Therapeutinnen und Therapeuten gilt es herauszufinden, welche Behandlungen konkret in einer bestimmten Lebensphase sinnvoll sind.
Die Behandlung teilt sich in drei Bereiche
1. Psychotherapie
Geschlechtswechsel bei Transgender-Personen
Die psychotherapeutische Behandlung basiert an auf der Freiwilligkeit der Patientin oder des Patienten. Seit 2014 ist Psychotherapie nicht mehr zwingend als Voraussetzung für eine Hormonbehandlung vorgeschrieben. Im Zuge der dreifachen Diagnostik wird ein eventuell vorhandener Therapiebedarf individuell erhoben. Wenn eine Transgender-Person psychotherapeutische Behandlung benötigt, kann sie dieses bei jeder Psychotherapeutin oder jedem Psychotherapeuten absolvieren. Psychotherapeutin beziehungsweise Psychotherapeut im Sinne des Österreichischen Psychotherapiegesetzes ist, wer in die PsychotherapeutInnen-Liste des Bundesministeriums für Gesundheit eingetragen ist. Es empfiehlt sich, eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten auszuwählen, die oder der Erfahrung mit diesem Themengebiet hat.
Im Zuge des psychotherapeutischen diagnostischen Prozesses werden die Entwicklung der Geschlechtsidentität, die psychosexuelle Entwicklung und die derzeitige Lebenssituation bewusst gemacht und bei Bedarf auch therapeutisch bearbeitet. Auch soziale Umfelder werden miteinbezogen und im therapeutischen Prozess bearbeitet. Behandlungswünsche werden hinterfragt und ausführlich besprochen, mit dem Ziel, gute individuell passende Lösungen zu erarbeiten. Die Psychotherapie bietet den geeigneten, geschützten Rahmen, um Möglichkeiten und Grenzen der medizinischen Behandlungen zu erörtern, eigene Erwartungen zu reflektieren und erfolgte Behandlungsschritte und deren Folgen gut in das Leben zu integrieren. Eine wichtige unterstützende Rolle fällt der Psychotherapie auch im Zusammenhang mit der sogenannten "real life experience" zu. Diese dient dazu, das empfundene Geschlecht zunehmend auch im Alltag zu leben, um irreale Erwartungen und Vorstellungen zurücknehmen zu können, bevor irreversible Maßnahmen erfolgen. Es erweist sich als sinnvoll, die Psychotherapie auch nach erfolgter körperlicher Behandlung fortzusetzen, um die oft schwierige soziale und gesellschaftliche Integration zu sichern.
2. Hormonbehandlung
Notwendig ist die sogenannte "dreifache Diagnostik", also die psychotherapeutische Diagnostik, die klinisch-psychologische Diagnostik und die psychiatrische Diagnostik. Darauf aufbauend wird eine sogenannte "Fallführende" beziehungsweise ein "Fallführender" definiert, die/der dann eine Indikationsstellung in Form eines Konsensbeschlusses in einer Stellungnahme verfasst. Fallführend kann entweder die/der Psychotherapeutin/Psychotherapeut oder die/der klinische Psychologin/Psychologe oder die/der Fachärztin/Facharzt für Psychiatrie sein.
Ist die psychotherapeutische Behandlung abgeschlossen, beziehungsweise keine psychotherapeutische Behandlung indiziert, ist vor dem Beginn der Hormonbehandlung eine urologisch-gynäkologische Untersuchung, ein Risikoscreening hinsichtlich Kontraindikationen und bei Bedarf auch eine zytogenetische Untersuchung erforderlich. Weiters bedarf es einer psychotherapeutischen (oder klinisch-psychologischen) Stellungnahme sowie einer anschließen psychiatrischen Kontrolluntersuchung mit Indikationsstellung für die weitere Behandlung. Danach fasst die oder der Fallführende diese beiden Stellungnahmen zusammen (Konsensbeschluss). Bestehen von keiner Seite Bedenken gegen den Beginn der Therapie mit gegengeschlechtlichen Hormonen, kann diese begonnen werden.
Die Hormonbehandlung besteht darin, die Hormone des körperlichen Geschlechts zu unterdrücken und die Hormone des Identitätsgeschlechts zuzuführen. Dies erfolgt medikamentös in Form von Tabletten, Hormonpflastern und/oder Depotspritzen. Wichtig ist, die ärztlich verordnete Dosierung genau einzuhalten und nicht ohne ärztliche Zustimmung zusätzliche Hormonpräparate zu konsumieren. Hormone steuern nur die Ausprägung von sekundären Geschlechtsmerkmalen. Wie stark sich diese jedoch ausprägen, ist genetisch bedingt. Diese genetisch determinierten Grenzen können durch Dosissteigerung der Hormone nicht erweitert werden. Eine solche kann aber massive Nebenwirkungen haben. Da Hormone großen Einfluss auf das körperliche Erscheinungsbild haben, bewirkt die Behandlung bei vielen Menschen eine starke Annäherung an das Erscheinungsbild und auch an die Gefühlswelt des Identitätsgeschlechts. Vielen transidenten Menschen reichen diese Veränderungen aus und sie streben keine chirurgischen Eingriffe an.
3. Geschlechtsangleichende Operation(en)
Op-Vordere vaginale Rekonstruktion, Elevate -- G. Schön.
Quelle: http://loop.raoban69.com/youtube/search/geschlechtsangleichende operation
Geschlechtsangleichende Operationen bedeuten in jedem Fall schwerwiegende und meist irreversible Eingriffe in einen an sich gesunden Körper. Viele Patientinnen und Patienten benötigen mehr als nur eine Operation zur körperlichen Geschlechtsanpassung. Auch nach genitalanpassenden Operationen muss die Hormonbehandlung in jedem Fall lebenslang weitergeführt werden, da der Körper nun keine eigenen Geschlechtshormone mehr produziert und Hormonmangel Osteoporose und andere Erkrankungen hervorrufen kann.
Brustvergrößerung.
Quelle: www.augsburger-allgemeine.de/Transsexuelle-Brust-OP
Nach erfolgter Diagnostik, eventueller Psychotherapie, Alltagstest und begonnener Hormonbehandlung wollen viele Transgender-Personen eine oder mehrere geschlechtsangleichende Operationen, um ihren Körper möglichst ideal an das Zielgeschlecht anzupassen. Vor jeder geschlechtsangleichenden Operation bedarf es wieder einer psychotherapeutischen (oder klinisch-psychologischen) Stellungnahme sowie einer psychiatrischen Kontrolluntersuchung. Danach fasst die oder der Fallführende diese beiden Stellungnahmen zusammen (Konsensbeschluss). Bestehen von keiner Seite Bedenken gegen die gewünschte Operation, kann diese nun durchgeführt werden.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel
"Geschlechtswechsel" und "Geschlechtsangleichende Operation" der
Wiener Antidiskriminierungsstelle
für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen

Stadt Wien - www.wien.gv.at
www.wien.gv.at/menschen/transgender/geschlechtswechsel/koerperlich/operation
www.wien.gv.at/menschen/queer/transgender/geschlechtswechsel
 
 
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