Österreichische Marine und k.u.k. Kriegsmarine
Gesamtheit aller militärischen Einheiten Österreichs zu Wasser
Oben: Flagge der
Österreichischen Marine
1786 bis 1869 und der
k.u.k. Kriegsmarine
1869 bis 1918
Links: Figurine eines Matrosen
der k.u.k. Kriegsmarine in
Sommeradjustierung,
© Heeresgeschichtliches Museum Wien
Die Österreichische Marine war die Gesamtheit aller militärischen Einheiten Österreichs zu Wasser. Die Gesamtheit der zivilen und Handelsschifffahrt wird als Österreichische Handelsmarine bezeichnet. Die militärische Schifffahrt hatte ihren Ursprung in der seit dem 16. Jahrhundert existierenden Donauflottille und der seit Ende des 18. Jahrhunderts bestehenden Mittelmeerflotte. Bis 1867, vor dem Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn, wurde sie als Österreichische Kriegsmarine bezeichnet. Danach, bis 1918, operierte sie als k. u. k. Kriegsmarine. Zu ihrem Höhepunkt vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs war sie die sechstgrößte Kriegsflotte der Welt. Mit der Niederlage der Mittelmächte und der Auflösung Österreich-Ungarns war auch das Schicksal der Kriegsmarine besiegelt. Die Schiffe der Mittelmeerflotte und Teile der Donauflottille gingen in den Besitz der Siegermächte über. Österreich blieben nur einige Patrouillenboote auf der Donau. Die letzten beiden Patrouillenboote stellten im Herbst 2006 ihren Dienst ein.
Österreichischer Marinestützpunkt in Pula
Die wichtigsten Seehäfen der Marine waren im damals zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie zählenden Triest (heute zu Italien) und Pola (heute zu Kroatien) im Küstenland. Die Flotte wurde am Ende des Ersten Weltkriegs 1918 dem neuen südslawischen Nationalrat übergeben. Wichtige Donauhäfen waren in Linz und Klosterneuburg.
Anfänge der österreichischen Marine
Zwar gelangten bereits im 14. Jahrhundert erste Küstenlandstriche der kroatischen Adriaküste in habsburgischen Besitz, doch überließ man lange Zeit den Seehandel und die Verteidigung von eben diesem gegen maurische und osmanische Freibeuter der Eigeninitiative der Küstenbewohner. Erst in den Kriegen gegen das Osmanische Reich ab dem 16. Jahrhundert kam es zur Gründung einer kaiserlichen Donauflottille, um einerseits den osmanischen Flussstreitkräften etwas entgegenzusetzen und andererseits die Landoperationen zu unterstützen.
Venedig, Panorama Ansicht - Kupferstich um 1840
Unter Kaiser Joseph II. kam es zur Gründung einer österreichischen Kriegsmarine, die mangels finanzieller Mittel jedoch nur wenige Kriegsschiffe umfasste. Mit dem Frieden von Campoformio im Jahre 1797 gelangten jedoch Venedig und die kroatische historische Region Dalmatien in österreichischen Besitz, die venetianische Flotte mit eingeschlossen. Venedig blieb während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch Haupthafen der Kriegsmarine und wurde erst später durch eigene Kriegshäfen, in Pola und Cattaro, abgelöst.
Helgoland, die brennende "Schwarzenberg"
Die Bedeutung der Kriegsschiffsflotte für Österreich zeigte sich erstmals 1864 durch die Seesiege Wilhelm von Tegetthoffs bei Helgoland im Deutsch-Dänischen Krieg. In dessen Zeit als oberster Admiral der Kriegsmarine begannen dringend notwendige Reformen, wie die Einführung einer einheitlichen Dienstsprache zur Beendigung von Verständigungsproblemen unter den kroatischen, italienischen und österreichischen Seeleuten auf hoher See, und die nachhaltige Modernisierung der Flotte. Die italienische Marine war bis dahin der österreichischen noch deutlich überlegen. Entscheidender Wendepunkt war jedoch die Seeschlacht von Lissa, in welcher Österreich 1866 die zahlenmäßig überlegenen Italiener durch die Rammtaktik besiegte. Diese ersten großen Erfolge der österreichischen Marine garantierten auch die benötigten finanziellen Mittel zur Modernisierung der Flotte. Holz als Baumaterial wurde zusehends durch Eisen ersetzt, die Seeschlacht von Lissa sollte auch die letzte Schlacht bleiben, die durch Einsatz von Rammkreuzern entschieden wurde.
Seeschlacht von Lissa. Gemälde von E. Nezbeda, 1866.
Von diesem Zeitpunkt an war Österreichs Marine in der Adria eine ernst zu nehmende Seestreitkraft. Neben militärischen Aufgaben kam der Kriegsmarine auch eine volkswirtschaftliche und wissenschaftliche Bedeutung zu, die sich in zahlreichen Forschungsreisen österreichischer Kriegsschiffe manifestierte. Zahlreiche Reisen zu allen Kontinenten erfolgten zum Ausbildungszwecke der Mannschaft, wobei jedoch auch das „Flagge zeigen“ auf den Weltmeeren zu Prestigezwecken ein erwünschter Nebeneffekt war.
Uniformen der k.u.k. Kriegsmarine
Hochseeschifffahrt: Die Mittelmeerflotte
Gründung als Österreichische Kriegsmarine
Obwohl die seit Ende des 18. Jahrhunderts existierende Kriegsmarine die österreichische Flagge zeigte, war sie ursprünglich italienisch dominiert, machte doch die einst venetianische Flotte, die 1797 im Frieden von Campoformido in österreichischen Besitz gelangte, das Herzstück der österreichischen Kriegsmarine aus. Es gab vorerst kaum deutschstämmige Marineoffiziere und Seeleute, diese kamen alle aus dem italienischen Teil der Monarchie. 1848, im Zuge der Revolution in Österreich und Ungarn wollte neben anderen italienischen Provinzen auch Venedig los von Österreich hin zu einem geeinten italienischen Staat. Diesem Aufstand schlossen sich auch die österreichischen Soldaten und Seeleute italienischer Abstammung an, so dass die k. u. k. Kriegsmarine einen großen Teil ihrer Schiffe an Venedig verlor, das zunächst erfolgreich in seiner Unabhängigkeitsbewegung war.
Montecuccoli
S.M. Brigg "Montecuccoli"
Während es in ganz Österreich Unruhen gab und Radetzky die österreichischen Truppen zurückzog, sammelten sich die treu gebliebenen Besatzungen mit deren Kriegsschiffen in Triest, Pola und Fiume. Nach dem Sieg Radetzkys über die Italiener 1849 bei Novara und dem darauf folgenden Frieden zog sich die sardinische Flotte aus der Adria zurück und ermöglichte es so der österreichischen Marine, sich an der Blockade von Venedig zwecks Rückeroberung zu beteiligen. Um die österreichische Kriegsmarine neu aufzubauen, machte man sich auf die Suche nach einem geeigneten Oberbefehlshaber. Gefunden wurde dieser in der Person des dänischen Kommodore 1. Klasse Hans Birch von Dahlerup. Dieser kommandierte im Jahr 1849 die Seeblockade von Venedig und reorganisierte gleichzeitig die österreichische Flotte. Man bemühte sich verstärkt um österreichische Seeleute, die Kommandos wurden in Deutsch und Italienisch gegeben, und die italienischen Namen der Schiffe wurden ins Deutsche übersetzt. Mit dem Bau neuer Schiffe wurde begonnen.
Venedig, Haupteingang des Arsenals.
Stich von Marieschi nach eigener Zeichnung
Nach der Rückeroberung von Venedig verblieb der Sitz des Marineoberkommandos vorläufig in Triest. Stimmen, die für Pola plädierten, wurden aber schon damals laut, was Dahlerup aber ablehnte. Trotzdem kam am 20. November 1850 der Befehl, in Pola ein Marinearsenal zu errichten. Zu Schulungszwecken verkehrten die Schiffe der Kriegsmarine zwischen den österreichischen Adriahäfen und sicherten auch die griechischen und türkischen Gewässer gegen Seeräuber. 1850 wurde Deutsch als allgemeine Dienstsprache eingeführt. Im August 1850 bat Dahlerup um seinen Abschied und ihm folgte Feldmarschallleutnant Graf Franz von Wimpffen, ein Offizier des Landheeres. Während dessen Kommandozeit wurde das bisherige Marinekollegium in eine Marineakademie umgewandelt und der Ausbau von Pola beschleunigt. 1854 legte Graf Wimpffen das Kommando nieder. Am 10. September 1854 wurde Erzherzog Ferdinand Maximilian von Kaiser Franz Joseph I., seinem Bruder, zum neuen Oberkommandanten der österreichischen Kriegsmarine ernannt.
S.M. Fregatte "Guerriera"
1859 kam es abermals zum Krieg mit Italien im Sardinischen Krieg. Dieser sah Erzherzog Ferdinand Maximilian in der Doppelfunktion als Oberkommandant der Kriegsmarine und als Generalgouverneur von Lombardo-Venetien. Der Umstand, dass die Flotte noch nicht die notwendige Stärke erreicht hatte, erlaubte es nicht, diese offensiv gegen den Feind einzusetzen. Es galt vielmehr, mögliche feindliche Angriffe abzuwehren. In dem am 10. November 1859 geschlossenen Frieden von Zürich blieb der Zugang zur Adria erhalten, und die Kriegsmarine war gerettet.
Beschießung von St. Jean d'Acre 1840,
im Vordergrund S.M. Fregatte "Medea"
Das Jahr 1860 brachte die Eingliederung des Flottillenkorps in die Kriegsmarine: die Lagunen-, die Gardasee- und die Donauflottille unterstanden nicht mehr länger dem Landheer. Die ersten Panzerfregatten Österreichs liefen 1861 von Stapel („Salamander“ und „Drache“, 1862 die „Kaiser Max“). 1864 folgte Erzherzog Ferdinand Max dem Ruf aus Mexiko und wurde Kaiser von Mexiko. Sein Nachfolger wurde Erzherzog Leopold, wieder ein Offizier des Landheeres
Kaiser Franz Joseph I. und die Marine
1869 - aus Anlass der Eröffnung des Sueskanals - unternahm Kaiser Franz Joseph I. eine ausgedehnte Schiffsreise. Er erwiderte bei dieser Gelegenheit einen Staatsbesuch des türkischen Sultans. Weiters besuchte er die Heiligen Stätten in Jerusalem - er trug ja unter anderem auch den Titel „König von Jerusalem“, wo er im Österreichischen Hospiz nächtigte. Des knappen Zeitplans wegen musste der Kaiser am 14. November trotz des stürmischen Wetters mit einem Ruderboot auf die kaiserliche Privatjacht „Greif“ gebracht werden. Mit Müh´ und Not gelangte er dort durchnässt und durchfroren und auf eine eines Kaisers sicher nicht würdige Art an Bord. Seit diesem Tag soll der Kaiser ein gestörtes Verhältnis zur Seefahrt besessen haben und die zahlreichen Anekdoten, die sich um dieses Abenteuer rankten, werden ihm bei dieser Vergangenheitsbewältigung sicher nicht geholfen haben. Am 7. April 1871 verstarb Tegetthoff in Graz. Unter großen militärischen Ehren wurde er in Wien auf dem Matzleinsdorfer Friedhof beigesetzt, Kaiser Franz Joseph I. allerdings blieb der Zeremonie fern. Am 31. Oktober 1872 wurde der Sarkophag nach Graz auf den Sankt-Leonhard-Friedhof überführt.
Weitere Einsätze der Marine
Die folgenden Jahre waren vor allem von wissenschaftlichen Fahrten geprägt. Der Balkan aber bereitete immer wieder diplomatische und auch militärische Probleme. 1868 wurde ein neues Wehrgesetz erlassen, das eine mehrjährige Dienstzeit für alle Wehrpflichtigen vorsah. Die Bevölkerung der Region Krivošije nahe von Cattaro setzte sich gegen diesen Plan zur Wehr, und es kam zu Kampfhandlungen zwischen Aufständischen und Armee-Einheiten, die von der Marine unterstützt wurden. 1878 kam es auf Einladung des deutschen Kanzlers Otto von Bismarck zum Berliner Kongress, in dessen Folge der Balkan auf Kosten der Türkei aufgeteilt wurde. Österreich-Ungarn wurde mit der Okkupation Bosnien-Herzegowinas beauftragt. 1882 kam es wieder zu einem Aufstand in der Krivošije, der das Eingreifen der Marine nötig machte. 1908 kam es im Zuge der Annexion Bosnien-Herzegowinas abermals zu einer Krise im Raum Cattaro, bei der die Marine eingesetzt wurde.
Eingreifen am chinesischen Boxeraufstand
S.M.S. "Zenta"
Zu Beginn des Boxeraufstands in China im April 1900 war Österreich-Ungarn mit der „S.M.S. Zenta“ vertreten, die sich in China befand, und so war die Donaumonarchie von Beginn an in die Ereignisse und durch nach Peking in die Botschaft entsandte Matrosen und Offiziere auch in die Kampfhandlungen verwickelt. Die nach China entsandte Verstärkung („S.M.S. Kaiserin und Königin Maria Theresia“, „S.M.S. Kaiserin Elisabeth“, „S.M.S. Aspern“) kamen für ein Eingreifen in die Kampfhandlungen aber zu spät.
Im Ersten Weltkrieg
Unter den Marinekommandanten Hermann von Spaun, Rudolf Montecuccoli und Anton Haus entstand die moderne Flotte, mit der Österreich-Ungarn in den Ersten Weltkrieg eintrat. Wesentlichen Anteil am Ausbau der Flotte hatte auch der 1914 ermordete Erzherzog Ferdinand, der zahlreiche Neubauten durchsetzen konnte und auch für die Einführung von U-Booten ab 1908 verantwortlich zeichnete. Am 24. Juni 1911 wurde mit der SMS Viribus Unitis („mit vereinten Kräften“) der erste österreichische Schlachtschiff nach Vorbild der britischen Dreadnoughts gebaut. Diese größte Klasse der Kriegsschiffe wurde in Österreich in der Viribus-Unitis-Klasse zusammengefasst, die außer der Viribus Unitis mit der SMS Tegetthoff (1912), der SMS Prinz Eugen (1912) und der SMS Szent István (1914) auch noch drei weitere Großkampfschiffe umfasste. Die Viribus Unitis war das erste Schiff der Welt, das seine Geschütze in vier Drillingstürmen angeordnet hatte.
S.M.S. "Viribus Unitis"
Der Kreuzer S.M.S. Kaiserin Elisabeth wurde beim Stationsdienst bei Tsingtau (Haupthafen der deutschen Kolonie Kiautschau) vom Ersten Weltkrieg überrascht und unterstellte sich der Befehlsgewalt des deutschen Gouverneurs. Japan beanspruchte diese Kolonie und erklärte dem Deutschen Kaiserreich und Österreich-Ungarn den Krieg. Während deutsche Einheiten (darunter auch die berühmte Emden) ausliefen, blieb das österreichische Schiff mit einem deutschen Kanonenboot zur Verteidigung zurück. Nach zwei Monaten Kampf kapitulierte Tsingtau. Um die S.M.S. Kaiserin Elisabeth nicht übergeben zu müssen, wurde sie in der Nacht zum 2. November 1914 von der eigenen Besatzung versenkt. Die deutschen und österreichischen Verteidiger blieben bis 1920 in japanischer Kriegsgefangenschaft.
S.M.S. "Kaiserin Elisabeth"
Die Planungen des Dreibundes (Österreich-Ungarn, Deutsches Kaiserreich, Italien) hatten für das Mittelmeer einen Flottenstützpunkt in Messina (Sizilien) vorgesehen. Durch die anfängliche Neutralitätserklärung Italiens verlor die Flotte von Österreich-Ungarn den zentral im Mittelmeer gelegenen Stützpunkt und war nach dem feindlichen Kriegseintritt Italiens in der Adria eingesperrt. Ihr verblieb nur noch die Freihaltung der Adria von feindlichen Einheiten, der Schutz der Küste und der Inseln vor feindlichen Angriffen, der Schutz der Handelsschifffahrt entlang der Küste sowie die Unterstützung der k.u.k. Armee im Küstengebiet beziehungsweise an der Südfront durch Nachschub. Eine der Aufgaben der Flotte lag auch darin, die Küste Montenegros, das der Donaumonarchie feindlich gegenüberstand, zu blockieren und damit auch Serbien vom Nachschub der Entente, der über den Hafen von Antivari lief, abzuschneiden.

Am 16. August 1914 erschien das Gros der französischen Mittelmeerflotte vor Antivari, um die beiden dort Blockadedienst tuenden Schiffe, den Kreuzer Zenta und den Zerstörer Ulan anzugreifen. Die Ulan brachte sich im Marinestützpunkt in der Bucht von Cattaro in Sicherheit. Die Zenta aber stellte sich dem ungleichen Kampf und wurde als erstes Kriegsschiff der österreichisch-ungarischen Kriegsmarine versenkt. 130 von etwa 320 Mann Besatzung überlebten, gerieten aber in montenegrinische Kriegsgefangenschaft, aus der sie 1916 befreit wurden. Auf dem Staatsgebiet von Montenegro befand sich über Cattaro der Lovcen-Pass, von dem aus die österreichischen Aktivitäten an Land und auf dem Wasser beobachtet und beschossen werden konnten. Durch französische Batterien wurde diese Stellung ausgebaut, es gelang der S.M.S. Radetzky und anderen Schiffen aber, diese Stellungen zu zerstören. Im Januar 1916 konnten österreichisch-ungarische Armee- und Marineeinheiten den Pass erobern. Dies ermöglichte nun den Ausbau der österreichischen Anlagen in dem nun gesicherten Hafen, der sich auch zur wichtigsten U-Boot-Basis der Kriegsmarine entwickelte. Von hier aus wurden die feindlichen Schiffe durch die Straße von Otranto zurückgedrängt.
Österreichische Schlachtschiffe in der Bucht von Cattaro, 1915
Nach der Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn (23. Mai 1915) lief um 19 Uhr die gesamte k.u.k. Flotte aus den Häfen Pola, Sebenico und Cattaro aus, um die Ostküste Italiens zwischen Venedig und Barletta anzugreifen. Hauptangriffsziel war Ancona, aber auch Rimini, Vieste, Manfredonia, Barletta sowie Brücken und Eisenbahnanlagen an der Küste wurden beschossen. Venedig wurde wegen seiner Lage in der Lagune aus der Luft angegriffen. Bomben trafen das Arsenal und verursachten Brände. Italiens Flotte wurde überrascht und setzte sich kaum zur Wehr, die österreichischen Schiffe kehrten ohne Verluste wieder zurück. Nachdem es Italien in den nächsten Monaten nicht gelang, sich für diese Schlappe zu revanchieren (Luftschiff Cittá di Ferrara von Marinefliegern abgeschossen, Luftschiff Cittá di Jesi abgeschossen, Flaggschiff Giuseppe Garibaldi durch U 4 versenkt) unternahm auch Italien so wie Frankreich keine Aktionen mehr mit großen Schiffen. Kleine Schiffe, U-Boote und Marineflieger übernahmen auf beiden Seiten die Hauptrolle.

Im Jänner 1917 beschlossen die österreichisch-ungarischen und deutschen Außenminister und Flottenkommandeure den uneingeschränkten U-Boot-Krieg als Antwort darauf, dass Schiffe der Entente – als Schiffe neutraler Staaten getarnt – Nachschub transportierten. Kurz nach diesem Beschluss (am 8. Februar 1917) verstarb der österreichische Großadmiral Anton Haus. Vom Kaiser abwärts waren zahlreiche hochrangige Militärs beim Begräbnis in Pola anwesend. 1925 wurden seine sterblichen Überreste exhumiert und auf den Hütteldorfer Friedhof in Wien überführt. Sein Nachfolger wurde der gebürtige Kroate Admiral Maximilian Njegovan, der nach der Meuterei einiger Kriegsschiffsbesatzungen um seine Versetzung in den Ruhestand bat. Letzter Flottenkommandeur wurde etwas unerwartet Nikolaus von Horthy.
Die SMS Szent István sank als einziges der vier
österreichischen Dreadnoughts im Ersten Weltkrieg.
Als Antwort auf den italienischen Versuch, die Straße von Otranto unpassierbar zu machen, kam es im Sommer 1917 zum größten Seegefecht zwischen der österreichisch-ungarischen Flotte und Kriegsschiffen Italiens, Frankreichs und Großbritanniens. Zwar trug die österreichisch-ungarische Flotte im Kampf gegen die stärkeren Feinde keine wesentlichen Schäden davon, während die Entente zwei Zerstörer, 14 Dampfer und ein Seeflugzeug verlor, doch die Sperre blieb bestehen. Im Oktober 1917 lief das Torpedoboot XI nach Italien über, nachdem die Offiziere und die deutschsprachige Mannschaft überwältigt worden waren.
S.M.S. "Wien"
Das Schlachtschiff Wien wurde im Dezember im Hafen von Triest bei Nacht und Nebel von einem unbemerkt herangekommenen italienischen Schiff torpediert. Die Wien versank in wenigen Minuten, etwa 40 Mann ertranken.  Im Juni 1918 plante das Flottenkommando unter Horthy noch einmal eine große Offensive gegen die Sperre der Otrantostraße. Unter Beteiligung der Großkampfschiffe sollte in zwei Gruppen angegriffen werden. Allerdings wurde die zweite Gruppe unterwegs von einem Torpedoboot gesichtet und angegriffen. Die SMS Szent István sank durch einen Torpedotreffer. Die geplante Offensive wurde abgebrochen, da das Überraschungsmoment weggefallen war. Am 31. Oktober 1918 übergab Admiral Nikolaus v. Horthy auf Befehl Kaiser Karls I. die österreichisch-ungarische Flotte als Geschenk dem neu gebildeten südslawischen Nationalrat. Die rot-weiss-rote Kriegsflagge wurde um 16.45 Uhr zum letzten Mal eingeholt. Die Hoffnung des Kaisers, dass der neue südslawische Nationalstaat in einem föderativen Habsburgerreich aufgehen werde blieb aber unerfüllt. Das Kommando über die SMS Viribus Unitis, das österreichisch-ungarische Flaggschiff, das nun Jugoslavia hieß, übernahm der bisherige k.u.k. Linienschiffskapitän Janko Vukovic. Er starb nur zwölf Stunden später gemeinsam mit hunderten Matrosen im Hafen von Pola, als am 1. November 1918 eine von italienischen Kampfschwimmern angebrachte Mine explodierte.
SMS Viribus Unitis
Stapellauf: 24. Juni 1911
Länge: 152,18 m
Breite: 27,34 m
Tiefgang: 8,23 m
Verdrängung: 20.013,55 t
Maschinen: 2 Hochdruck und 2 Niederdruckturbinen Parson
Kessel: 12 Yarrow Kohlekessel
Schrauben: 4 Schrauben Ø 2,75 m, dreiflügelig
Leistung: 27.383 PS
Geschwindigkeit: 20,80 kn
Aktionsradius: 4200 sm bei 10 kn
Bewaffnung: 12 x 30,5 cm L/45 Geschütze Skoda
in Drillingstürmen
12 x 15 cm L/50 Geschütze in Kasematten
18 x 7 cm SFK (später 12)
2 x 4,7 cm SFK
3 x 88 mm Schwarzlose Mitrailleusen
2 x 7,5 cm Geschütze (ab 1917)
2 x 53,3 cm Torpedorohre seitlich
Torpedoschutznetz
Panzerung: Panzerdeck: 48 mm
Batterie: 180 mm
Geschütztürme: 100 - 305 mm
Gürtel: 150 - 280 mm
Kommandoturm: 250 - 356 mm
Besatzung: 32 Offiziere, 16 Unteroffiziere, 993 Mann
Die SMS Viribus Unitis war ein Schlachtschiff der k.u.k Kriegsmarine. Der Name (dt. = mit vereinten Kräften) war der Wahlspruch des österreichischen Kaisers Franz Josephs I. Das Schiff wurde am 24. Juni 1911 vom Stapel gelassen und nahm am 5. Oktober 1912 seinen Dienst in der österreichisch-ungarischen Marine auf.
Der Bau kostete rund 67 Millionen Kronen und es waren während der rund 25-monatigen Bauzeit ständig durchschnittlich 2.000 Arbeiter beschäftigt. Die Pläne für das Schiff wurden vom k.u.k. Schiffbau-General-Ingenieur Siegfried Popper entworfen.
Stapellauf 24. Juni 1911
Die Schiffe der Viribus-Unitis-Klasse waren kleiner als die Dreadnoughts anderer Großmächte, sie hatten eine Verdrängung von nur etwa 22.000 Tonnen. Sie besaßen insgesamt zwölf schwere 30,5 cm-Geschütze in vier Drillingstürmen, welche in überhöhter Endaufstellung montiert waren. Auf einen Turm mittschiffs konnte so verzichtet werden. Damit folgten die Österreicher dem Vorbild der amerikanischen South Carolina-Klasse.
30,5 cm-Geschütz in Drillingsturm
Diese Art der Geschützaufstellung wurde bei den Schiffen der Viribus-Unitis-Klasse weltweit erstmalig angewandt und sollte sich bei späteren Großkampfschiffen allgemein durchsetzen. Die Bewaffnung war damit ebenso stark wie die ihres italienischen Gegenstücks Dante Alighieri, und sogar noch stärker als die der deutschen König-Klasse mit nur zehn 30,5 cm-Geschützen. Die zwölf Skoda-Geschütze waren von hervorragender Qualität und an Reichweite und Zielgenauigkeit, wie auch die Feuerleittechnik, der vieler anderer Nationen überlegen.
Schnittmodell des Schlachtschiffes "Viribus Unitis", Maßstab 1:25
Heeresgeschichtliches Museum Wien
Der Unterwasserschutz war allerdings relativ schwach ausgelegt, Torpedoschutz wurde durch Netze aus Stahl gewährleistet, welche allerdings nur bei gestoppt liegendem Schiff anwendbar waren. Sie waren teuer und schwer in Stand zu halten. Die Maschinen waren nicht übermäßig stark, das Schiff war wie der Rest der Flotte als Küstenverteidiger konzeptioniert. Jedes Schiff kostete etwa sechs Millionen Kronen. Die Viribus-Unitis-Klasse umfasste außerdem noch die Schiffe SMS Prinz Eugen, SMS Tegetthoff und SMS Szent István.
Geschichte der SMS Viribus Unitis
Im 1. Weltkrieg vermied die Flotte gemäß dem strategischen Konzept einer Fleet-in-being offene Seeschlachten. Deshalb hatte die Viribus Unitis keine nennenswerten Feindberührungen.
1. November 1918 - Die sinkende "Viribus Unitis"
Nach Ende des 1. Weltkrieges für Österreich musste das Schiff – wie die gesamte in Pola stationierte k.u.k. Kriegsflotte – am 31. Oktober 1918 durch Admiral Miklós Horthy von Nagybánya an die jugoslawische Marine übergeben werden. Dort wurde das Schiff am 1. November von zwei italienischen Kampfschwimmern, die mittels eines umgebauten Torpedos Sprengsätze am Rumpf verteilten und zündeten, in den Morgenstunden versenkt, um noch vor dem Inkrafttreten des Waffenstillstandes ein weiteres Schlachtschiff der österreichischen Marine außer Gefecht gesetzt zu haben. Aus österreichisch-ungarischer und jugoslawischer Sicht nach dem Krieg, für Italien rechtmäßig noch im Krieg. Es starben über 400 Seeleute, darunter auch der letzte Kommandant des Schiffes, Janko Vukovic de Podkapelski, zu dessen Ehren eine Gedenktafel in Pola aufgestellt wurde.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Österreichische_Marine" der
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Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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