Tiergarten Schönbrunn
Der älteste noch bestehende Zoo der Welt
Maxingstraße 13b, 1130 Wien
Pavillon Zoo Schönbrunn, © Erhard Gaube - www.gaube.at
Der kaiserliche Frühstückspavillon wurde von Kaiser Franz I. Stephan in Auftrag gegeben.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Der Tiergarten Schönbrunn im Park des Schlosses Schönbrunn im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing wurde 1752 von den Habsburgern gegründet und ist der älteste noch bestehende Zoo der Welt. Bereits 1570 existierte auf dem Schönbrunner Gelände ein Wildpark. Die Entstehung der Menagerie ist dem Gemahl Maria Theresias, Franz Stephan von Lothringen, zu verdanken. Ihm waren die bestehenden Tiergehege zu klein und er beauftragte den holländischen Hofgärtner Adrian van Steckhoven und Jean Nicolas Jadot de Ville-Issey mit dem Bau einer Menagerie, die nach einjähriger Bauzeit am 31.Juli 1752 vorgestellt wurde.
Wisent im Tiergarten Schönbrunn.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Zentrum der Anlage ist der Pavillon, um den dreizehn Gehege angeordnet wurden. Er stellt bis heute das historische Kernstück des Tiergartens dar. Unter Kaiser Franz II. kam im Jahre 1828 die erste Giraffe nach Wien. Dieses Ereignis beeinflußte sogar Mode und Gesellschaftsleben. Kleidung, Schmuck und viele Gebrauchsartikel fanden unter der Bezeichnung "à la Giraffe" reißenden Absatz. Sogar ein Theaterstück "Die Giraffe in Wien" oder "Alles à la Giraffe" von Adolf Bäuerle wurde im Leopoldstädter Theater aufgeführt.
Rotschild-Giraffen im Tiergarten Schönbrunn.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Manfred Werner
Der Tiergarten Schönbrunn beteiligt sich an internationalen Zuchtprogrammen für gefährdete Tierarten. Dabei führt er im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms seit 1992 das Zuchtbuch für den Afrikanischen Elefanten und seit 2014 für den Südlichen und den Nördlichen Felsenpinguin. Außerdem bringen die Sibirischen Tiger in Schönbrunn regelmäßig (zuletzt 2008) Jungtiere zur Welt.
Tiergarten Schönbrunn, Sibirischer Tiger
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Stefan Schabel
Andere bemerkenswerte Erfolge gab es bei den Fidschi-Leguanen, den Nashorn-Leguanen, den Ameisenbären, den Serauen, den Orang-Utans und den Afrikanischen Elefanten (Abu, Mongu und Tuluba). Im Jahr 2013 kam ein Elefantenjunges zur Welt, wobei die Mutter erstmals mit tiefgefrorenem Samen eines Wildbullen in Afrika befruchtet werden konnte. Der Elefant bekam nach einer Internetabstimmung dem Namen Iqhwa. Seit 1960 werden auch Eisbären gezüchtet.
 
Elefantengehege im Tiergarten Schönbrunn.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Zahlreiche Junge konnten bereits an andere Zoos weitergegeben werden – etwa an den Tiergarten Nürnberg oder den Zoologischen Garten Karlsruhe. Zuletzt kamen im Dezember 2007 die Zwillinge Arktos und Nanuq zur Welt, die 2010 in den Zoo Hannover übersiedelten. Erfolgreich ist auch das Zuchtprogramm der Waldrappe, einer europäischen Ibisart, die stark vom Aussterben bedroht ist. Im Mai 2010 gelang dem Tiergarten Schönbrunn die Welterstnachzucht der seltenen Batagur-Schildkröte.
Rosapelikan im Tiergarten Schönbrunn.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Im Tiergarten wird auch zoologische, historische und veterinärmedizinische Forschungsarbeit geleistet – vor allem in Zusammenarbeit mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien und dem Department für Evolutionsbiologie der Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien. Zur Aufarbeitung der eigenen Geschichte und einer nachhaltigen Dokumentation beschäftigt die Tiergarten-GesmbH den Historiker Gerhard Heindl, unter dessen Verantwortung bereits mehrere Publikationen und Bücher erschienen sind.
Blick über den Tiergarten, Im Vordergrund das Eisbär-Gehege.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Manfred Werner
Seit 2003 ist der Tiergarten mit Hilfe von Sponsoren ein Partner Chinas beim Nachzuchtprogramm für Große Pandas. Am 23. August 2007 gelang dabei mit der Geburt eines Pandas ein außergewöhnlicher Erfolg. Yang Yang (阳阳, „Sonnenschein“) brachte das erste Pandababy Europas zur Welt, das auf natürlichem Wege und nicht durch künstliche Befruchtung gezeugt wurde. Vater ist der Pandabär Long Hui („Drachenzeichen“). Seit 1. November 2007 steht der Name des jungen Pandas fest: Fu Long (福龙, „glücklicher Drache“) setzte sich bei der Abstimmung im Internet gegenüber den drei weiteren Vorschlägen der Volksrepublik China, Mei Yue (美乐, „schöne Musik“), Zhu Wa (竹娃, „Bambusbub“) und Hua Shan (华山, Name eines der fünf heiligen Berge), durch. Anfang Dezember 2007 wurde dem jungen Panda von Wu Ken, dem chinesischen Botschafter in Österreich, im Rahmen einer Feier der Name Fu Long verliehen. Zu seinen Paten zählen unter anderen die damalige österreichische Außenministerin Ursula Plassnik und die Firma Swarovski.
Großer Panda, Yang Yang mit dem zehn Monate alten Fu Long.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Manfred Werner
Ab Ende Jänner 2008 durften die Zoobesucher in den Innenbereich der Panda-Anlage, um Fu Long in natura zu beobachten. Ab 30. März war der junge Panda auch in der Außenanlage unterwegs. Am 18. November 2009 verließ er den Tiergarten Schönbrunn nach China, wo er in der Pandazucht- und Forschungsstation Bifengxia für Nachwuchs sorgen soll. Am 23. August 2010, genau drei Jahre nach Fu Longs Geburt, kam das zweite, ebenfalls männliche, Pandababy in Schönbrunn zur Welt. Es erhielt am 13. Dezember 2010 den Namen Fu Hu (福虎, „glücklicher Tiger“). Sein Pate ist Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Ein drittes Pandajunges, wieder ein Männchen, wurde am 14. August 2013 geboren. Sein Name Fu Bao (福豹) bedeutet „glücklicher Leopard“.
Zeittafel
1442 Im Stadtgraben von Wien wird der erste „Tiergarten“ eingerichtet (bis 1462).
1542 Auf der Wiener Burgbastei besteht eine kleine Tierhaltung (bis 1574).
1552 Zum ersten Mal ist in Wien ein Elefant zu sehen. Er wird in der im selben Jahr fertig gestellten Menagerie von Schloss Ebersdorf bei Wien (bis 1607) untergebracht.
1564 Auch auf dem Gelände von Schloss Neugebäude (heute Wien-Simmering) wird eine Menagerie errichtet. Ein Teil der Tiere aus Ebersdorf wird dorthin übersiedelt.
1569 Kaiser Maximilian II. kauft die Katterburg, den Vorgängerbau von Schloss Schönbrunn. Ein Jahr später wird auf dem weitläufigen Areal ein Jagd-Tiergarten eingerichtet.
1642 Der Name „Schönbrunn“ ist erstmals urkundlich nachweisbar.
1716 Prinz Eugen gründet eine Menagerie im Park von Schloss Belvedere, die nach seinem Tod zusammen mit dem übrigen Besitz vom Kaiserhaus gekauft wird (1737).
1752 Am 29. Juli führt Kaiser Franz I. Stephan „abermalen“ Besucher durch die schon fast fertig gestellte Menagerie im Schlosspark von Schönbrunn. Da der Text dieser ersten bisher bekannten Erwähnung der Menagerie Schönbrunn vom 31. Juli stammt, gilt dieser Tag als „Geburtstag“ der Menagerie. Die „friedlichen“ Tiere aus den Menagerien bei den Schlössern Neugebäude und Belvedere werden nach Schönbrunn gebracht. Die Menagerie ist zunächst der kaiserlichen Familie vorbehalten und wird zusammen mit den Hofgärten verwaltet.
1759 Als letzter Bauteil der Menagerie der Zentralpavillon fertig gestellt. Er dient als Frühstücks- und Gesellschaftsraum.
1770 In Schönbrunn zieht der erste Elefant ein (ein Indischer Elefant).
1778 Die Menagerie wird zusammen mit Schloss und Park bei freiem Eintritt für die Bevölkerung geöffnet. Sie ist vorerst nur an Sonntagen und für „anständig gekleidete Personen“ zugänglich.
1781 Aus der aufgelassenen Menagerie im Schloss Neugebäude ziehen mit Wölfen und Bären erstmals „Raubtiere“ in Schönbrunn ein.
1799 Vom italienischen Menagerie-Besitzer Albi (Alpi) werden zahlreiche Großtiere angekauft, darunter ein Paar Indischer Elefanten sowie die ersten Eisbären, Großkatzen und Hyänen. Zeitzeugen beschreiben, dass sie Elefantenpaarungen beobachten konnten, sich jedoch in der Folge kein Nachwuchs einstellte.
1803 Erzherzog Johann, ein Bruder von Kaiser Franz II./I., errichtet auf Berghang, der die Menagerie im Süden begrenzt, ein bewirtschaftetes, alpenländisches Bauernhaus, das bald als „Tirolerhof“ bezeichnet wird.
Oben: Manegerie in Schönbrunn. Grundriß v. J. N. Jadot. 2 H. 18. Jh.
Links: Die Giraffe in der Manegerie Schönnbrunn. Stich v. E. Gurk. 1828
1828 Die erste Giraffe erregt bei den Wienern großes Aufsehen. Das Tierhaus muss für die Unterbringung des „hohen Gastes“ vergrößert und adaptiert werden. Zahlreiche modische Accessoires mit Giraffen-Motiven sorgen für Entzückung in der Damenwelt. Ein Theaterstück und zwei Kompositionen „à la Giraffe“ entstehen. Bis heute hat sich das Rezept der damals entstandenen „Giraffentorte“ erhalten.
1841 Ein neu eingerichtetes Affenhaus, dem wenige Jahre später ein großer, achteckiger Sprungturm angebaut wird (bis 1907), wird zu einer Attraktion für die Besucher.
1848 Die Menagerie übersteht die Revolutionsereignisse einschließlich der Beschießung Wiens durch kaiserliche Truppen unbeschadet.
1858 In Schönbrunn wird erstmals eine Giraffe geboren. Im Pavillon ist seit einigen Jahren eine Papageienschau zu sehen
1865 Die „Inspektion der Menagerie Schönbrunn“ wird von der gemeinsamen Verwaltung mit den Hofgärten gelöst und eine selbstständige „Administration“ des kaiserlichen Hofes unter der Zuständigkeit des Obersthofmeisteramtes.
1884 Beginn groß angelegter Umbauarbeiten, die zur Modernisierung und Vergrößerung der Anlage führen. Sie machen aus der Menagerie bis nach der Jahrhundertwende einen zeitgemäßen zoologischen Garten. Unter anderem werden die fast 4 Meter hohen Trennmauern zwischen den einzelnen Tierabteilungen („Logen“) durch Gitter ersetzt und weite Teile der Umfassungsmauer abgetragen. Zahlreiche Tierhäuser werden modernisiert oder neu errichtet, die Besucher erhalten bessere Zugangsmöglichkeiten, und die technische Infrastruktur wird verbessert.
Der Affenkäfig im Tiergarten Schönbrunn am Ende des 19.Jahrhunderts (1898).
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
1906 Am 14. Juli erfolgt in Schönbrunn die weltweit erste Geburt eines in einem zoologischen Garten gezeugten Elefanten
1914 Schönbrunn gehört mit nahezu 3500 Tieren in 717 Arten zu den schönsten und größten Zoos der Welt.
1921 Nachdem nur knapp vierhundert Tiere den Ersten Weltkrieg und die anschließenden Versorgungsengpässe überlebt haben, wird der Tiergarten dem „Ministerium für Handel und Wirtschaft, Industrie und Bauten“ unterstellt und als Staatsbetrieb weitergeführt. Die Wiener fördern im Rahmen einer Hilfsaktion und durch zahlreiche Tier- und Sachspenden den Fortbestand des Tiergartens. Am Tirolerhof wird ein Restaurant eröffnet, das durch einen neu angelegten Weg mit dem Tiergarten verbunden ist.
1926 Fertigstellung von Greifvogel-Volieren am Ententeich, einem europaweit vorbildhaften Bauwerk (unter Direktor Otto Antonius). Im September erfolgt anlässlich der in Wien stattfindenden Konferenz der Direktoren mitteleuropäischer zoologischer Gärten die offizielle Namensänderung von „Menagerie“ auf „Tiergarten“.
Tiergarten Schönbrunn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Affenhaus. Außenansicht mit interessiertem Publikum. ;um 1910
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1936 Der Tiergarten erhält große Teile des im Osten angrenzenden ehemaligen Kleinen Fasangartens als Ausbaufläche. Die Verbauung des Areals und die Modernisierungsvorhaben im historischen Teil werden jedoch durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Im Pavillon ist eine Dioramenschau über die eiszeitliche Tierwelt Österreichs zu sehen.
1945 Der Tiergarten Schönbrunn wird von zahlreichen Fliegerbomben getroffen. Viele Tierhäuser werden zerstört oder schwer beschädigt. Mehr als tausend Tiere sterben. Nach Kriegsende helfen die sowjetischen und später die britischen Besatzungstruppen beim Wiederaufbau. Der neue Direktor Julius Brachetka setzt die schon unter Otto Antonius begonnene Zusammenarbeit mit den Medien fort. Mit Plakat-Aktionen und Fotowettbewerben werden die Besucher wieder für den Tiergarten begeistert.
1949 Im Zentralpavillon wird ein Restaurant eingerichtet.
Tiergarten Schönbrunn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Tiergarten Schönbrunn. Wärter mit zwei Giraffen. ;um 1900
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1952 Anlässlich des 200jährigen Gründungsjubiläums des Tiergartens wird im Schloss Schönbrunn eine historische Sonderausstellung gezeigt. In den Folgejahren entstehen nach einem Bebauungsplan des Architekten Prof. Michel Engelhart im historischen Bereich eine Reihe neuer Gehege, deren Baustil dem vorhandenen barocken Ambiente angepasst wird. Auch der Ausbaubereich zwischen Affenhaus und Eingang Neptunbrunnen wird in den nächsten 20 Jahren neu bebaut.
1953 Um das Problem des unsachgemäßen Fütterns der Tiere durch die Besucher in den Griff zu bekommen, werden kleine, auf einzelne Tierarten abgestimmte Futtersäckchen verkauft. Ein neuer, leistungsfähigerer Wirtschaftshof soll auch im Tiergarten selbst eine bessere Versorgung der Tiere gewährleisten.
1959 Als letztes Bauprojekt im historischen Bereich wird an der Stelle des durch Bomben beschädigten ehemaligen Straußen- und Reptilienhauses, in dem von 1923-1945 ein Restaurant eingerichtet war, ein neues Aquarien- und Terrarienhaus eröffnet. Es zählt zu den modernsten der Welt.
Tiergarten Schönbrunn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Tiergarten Schönbrunn um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1961 In Schönbrunn erfolgt die weltweit erste Nachzucht des europäischen Seeadlers.
1969 Der neue Kinderzoo wird seiner Bestimmung übergeben
1976 Gründung der zoopädagogischen Abteilung
1987 Trotz bedeutender Zuchterfolge erreicht die Kritik wegen unzeitgemäßer Tierhaltung in veralteten Gehegen ihren Höhepunkt. Auch die Besucherzahlen sind rückläufig. Ähnlich wie schon nach dem Ersten Weltkrieg werden deshalb Projekte für eine Verlegung oder Schließung des Tiergartens diskutiert.
1991 Der Tiergarten wird unter der Führung einer neu gegründeten Schönbrunner Tiergarten GesmbH aus der Bundesverwaltung entlassen und privatisiert. Dr. Helmut Pechlaner tritt als Geschäftsführer und allein verantwortlicher Direktor mit 1.1.1992 seinen Dienst an.
1992 Der „Verein der Freunde des Tiergartens Schönbrunn“ entsteht. Er wird bald zum unermüdlichen und unentbehrlichen Helfer bei der Verwirklichung vieler Projekte. Auch zahlreiche Spender, Sponsoren und Tierpaten helfen mit, aus Schönbrunn wieder einen modernen und blühenden Tiergarten zu machen.
1993 Dem Tiergarten Schönbrunn wird das im Süden angrenzende Areal des Tirolergartens zur sanften Nutzung übertragen. Da der Baumbestand erhalten bleiben muss, dürfen hier keine Gehege errichtet werden, bei denen Gelände oder Bepflanzung verändert werden.
1994 An der Stelle der inzwischen verfallenen Gebäude wird am Tirolerhof der 1722 erbaute, denkmalgeschützte „Haidachhof“ aus dem Tiroler Brandenbergtal neu aufgebaut. Hier werden nun gefährdete heimische Haustierrassen gepflegt und gezüchtet. Im historischen Teil wird eine neue Großkatzenanlage eröffnet, die den Tieren endlich genug Auslauf ermöglicht. Die Geparde erhalten einen Beutelift. Für die Besucher wird im Inneren der Anlage ein kleiner Kinosaal eingerichtet.
1996 Der Elefantenpark, der zu den modernsten weltweit zählt, kann seiner Bestimmung übergeben werden. Das ehemalige Elefantengehege wird in der Folge von Mandrills und Meerkatzen bewohnt. Die Orang-Utans erhalten durch einen Anbau erstmals einen Außenbereich, in dem sie auch Sonne und Regen erleben können. Im Dezember wird die Gesamtanlage von Schönbrunn von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
1906 Am 14. Juli erfolgt in Schönbrunn die weltweit erste Geburt eines in einem zoologischen Garten gezeugten Elefanten
1914 Schönbrunn gehört mit nahezu 3500 Tieren in 717 Arten zu den schönsten und größten Zoos der Welt.
1921 Nachdem nur knapp vierhundert Tiere den Ersten Weltkrieg und die anschließenden Versorgungsengpässe überlebt haben, wird der Tiergarten dem „Ministerium für Handel und Wirtschaft, Industrie und Bauten“ unterstellt und als Staatsbetrieb weitergeführt. Die Wiener fördern im Rahmen einer Hilfsaktion und durch zahlreiche Tier- und Sachspenden den Fortbestand des Tiergartens. Am Tirolerhof wird ein Restaurant eröffnet, das durch einen neu angelegten Weg mit dem Tiergarten verbunden ist.
1926 Fertigstellung von Greifvogel-Volieren am Ententeich, einem europaweit vorbildhaften Bauwerk (unter Direktor Otto Antonius). Im September erfolgt anlässlich der in Wien stattfindenden Konferenz der Direktoren mitteleuropäischer zoologischer Gärten die offizielle Namensänderung von „Menagerie“ auf „Tiergarten“.
1936 Der Tiergarten erhält große Teile des im Osten angrenzenden ehemaligen Kleinen Fasangartens als Ausbaufläche. Die Verbauung des Areals und die Modernisierungsvorhaben im historischen Teil werden jedoch durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Im Pavillon ist eine Dioramenschau über die eiszeitliche Tierwelt Österreichs zu sehen.
1945 Der Tiergarten Schönbrunn wird von zahlreichen Fliegerbomben getroffen. Viele Tierhäuser werden zerstört oder schwer beschädigt. Mehr als tausend Tiere sterben. Nach Kriegsende helfen die sowjetischen und später die britischen Besatzungstruppen beim Wiederaufbau. Der neue Direktor Julius Brachetka setzt die schon unter Otto Antonius begonnene Zusammenarbeit mit den Medien fort. Mit Plakat-Aktionen und Fotowettbewerben werden die Besucher wieder für den Tiergarten begeistert.
1949 Im Zentralpavillon wird ein Restaurant eingerichtet.
1952 Anlässlich des 200jährigen Gründungsjubiläums des Tiergartens wird im Schloss Schönbrunn eine historische Sonderausstellung gezeigt. In den Folgejahren entstehen nach einem Bebauungsplan des Architekten Prof. Michel Engelhart im historischen Bereich eine Reihe neuer Gehege, deren Baustil dem vorhandenen barocken Ambiente angepasst wird. Auch der Ausbaubereich zwischen Affenhaus und Eingang Neptunbrunnen wird in den nächsten 20 Jahren neu bebaut.
1953 Um das Problem des unsachgemäßen Fütterns der Tiere durch die Besucher in den Griff zu bekommen, werden kleine, auf einzelne Tierarten abgestimmte Futtersäckchen verkauft. Ein neuer, leistungsfähigerer Wirtschaftshof soll auch im Tiergarten selbst eine bessere Versorgung der Tiere gewährleisten.
1959 Als letztes Bauprojekt im historischen Bereich wird an der Stelle des durch Bomben beschädigten ehemaligen Straußen- und Reptilienhauses, in dem von 1923-1945 ein Restaurant eingerichtet war, ein neues Aquarien- und Terrarienhaus eröffnet. Es zählt zu den modernsten der Welt.
1961 In Schönbrunn erfolgt die weltweit erste Nachzucht des europäischen Seeadlers.
1969 Der neue Kinderzoo wird seiner Bestimmung übergeben
1976 Gründung der zoopädagogischen Abteilung
1987 Trotz bedeutender Zuchterfolge erreicht die Kritik wegen unzeitgemäßer Tierhaltung in veralteten Gehegen ihren Höhepunkt. Auch die Besucherzahlen sind rückläufig. Ähnlich wie schon nach dem Ersten Weltkrieg werden deshalb Projekte für eine Verlegung oder Schließung des Tiergartens diskutiert.
1991 Der Tiergarten wird unter der Führung einer neu gegründeten Schönbrunner Tiergarten GesmbH aus der Bundesverwaltung entlassen und privatisiert. Dr. Helmut Pechlaner tritt als Geschäftsführer und allein verantwortlicher Direktor mit 1.1.1992 seinen Dienst an.
1992 Der „Verein der Freunde des Tiergartens Schönbrunn“ entsteht. Er wird bald zum unermüdlichen und unentbehrlichen Helfer bei der Verwirklichung vieler Projekte. Auch zahlreiche Spender, Sponsoren und Tierpaten helfen mit, aus Schönbrunn wieder einen modernen und blühenden Tiergarten zu machen.
1993 Dem Tiergarten Schönbrunn wird das im Süden angrenzende Areal des Tirolergartens zur sanften Nutzung übertragen. Da der Baumbestand erhalten bleiben muss, dürfen hier keine Gehege errichtet werden, bei denen Gelände oder Bepflanzung verändert werden.
1994 An der Stelle der inzwischen verfallenen Gebäude wird am Tirolerhof der 1722 erbaute, denkmalgeschützte „Haidachhof“ aus dem Tiroler Brandenbergtal neu aufgebaut. Hier werden nun gefährdete heimische Haustierrassen gepflegt und gezüchtet. Im historischen Teil wird eine neue Großkatzenanlage eröffnet, die den Tieren endlich genug Auslauf ermöglicht. Die Geparde erhalten einen Beutelift. Für die Besucher wird im Inneren der Anlage ein kleiner Kinosaal eingerichtet.
1996 Der Elefantenpark, der zu den modernsten weltweit zählt, kann seiner Bestimmung übergeben werden. Das ehemalige Elefantengehege wird in der Folge von Mandrills und Meerkatzen bewohnt. Die Orang-Utans erhalten durch einen Anbau erstmals einen Außenbereich, in dem sie auch Sonne und Regen erleben können. Im Dezember wird die Gesamtanlage von Schönbrunn von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Der Tirolerhof im Tiergarten Schönbrunn.
Bauernhaus, Tirolergarten, Haidachhof aus Brandenberg, Tirol
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Thomas Ledl
1997 Im Tirolergarten wird nach dem architektonischen Vorbild des von Erzherzog Johann errichteten Bauernhauses ein neuer Gasthof errichtet.
1998 Innenrenovierung des Kaiserpavillons. Im Kleinvogelhaus werden zwei für Besucher begehbare Freiflughallen eingerichtet. Die benachbarten ehemaligen Greifvogel-Volieren werden als Gehege für die Erhaltungszucht von Waldrappen und Keas umgewidmet. Der Tiergarten zeigt in der Orangerie des Schlosses Schönbrunn die Ausstellung „4 Millionen Jahre Mensch“.
1999 Im Tiergarten werden die „Wild Republic“ Souvenir-Shops und der neu adaptierte Krokodilpavillon eröffnet. Als erste „Tochter“ der Schönbrunner Tiergarten GmbH entsteht die „Tierärztliche Ordination Tiergarten Schönbrunn “. Sie hat ihren Sitz in der ehemaligen Kammermeierei von Kaiserin Elisabeth südlich des Tirolergartens und steht auch Privatpersonen für ihre Haustiere offen.
2000 Das generalsanierte Aquarien- und Terrarienhaus wird in Betrieb genommen. Es kann nun wieder mit einer zeitgemäßen Haustechnik und neuen Attraktionen wie einem großem Riffbecken oder einem Amazonas-Tunnel aufwarten. Auch Backstage-Führungen durch die normaler Weise nicht zugänglichen Bereiche des Hauses sind nun möglich.
2001 In der umgebauten und erweiterten Flusspferdanlage erhalten die Flusspferde im ehemaligen Besucherbereich vor dem Haus einen großzügigen Auslauf und im Inneren des Hauses ein Badebecken mit einer leistungsfähigen Filteranlage. An Stelle der von 1910 stammenden alten Bergwiederkäueranlage am Hang des Glorietteberges werden neue Gehege für Humboldt- und Felsenpinguine eröffnet.
2002 Der Tiergarten Schönbrunn feiert sein 250jähriges Bestandsjubiläum. Im März ziehen erstmals Koalas in Wien ein. Im Juli wird mit dem „Jubiläumsprojekt“ Regenwaldhaus das bisher aufwendigste Schönbrunner Bauvorhaben eröffnet. Auch neue Gehege für Brillen- und Nasenbären am Hang des Glorietteberges und eine neue Löwenanlage werden in Betrieb genommen. Als Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten zeigt der Tiergarten in Zusammenarbeit mit dem Wiener Naturhistorischen Museum von Mai bis Oktober die Sonderausstellung „Menagerie des Kaisers – Zoo der Wiener. 250 Jahre Tiergarten Schönbrunn“ und bittet am 30. und 31. Juli alle Besucher zu einem großen Geburtstagsfest. Auch ein Jubiläumsbuch erscheint. Die Münze Österreich widmet dem Tiergarten Schönbrunn eine 5 Euro-Silbermünze und die Österreichische Staatsdruckerei einen Sonder-Briefmarkenblock mit Tiermotiven. Bereits zu Ostern findet die Jungfernfahrt des „Schönbrunners“ statt, eines Panoramazuges, mit dem die Besucher seither täglich durch Schlosspark und Tiergarten fahren können.
Asiatisches Panzernashor im Tiergarten Schönbrunn.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / I.Sáček, senior
2003 Als zweiter europäischer Zoo neben Berlin erhält der Tiergarten Schönbrunn von der Volksrepublik China ein Paar Große Pandas. Sie dürfen vorläufig für 10 Jahre in Schönbrunn bleiben. Die Schönbrunner Tiergarten GmbH wird mit der Führung der Marchfeldschlösser Revitalisierungs- und Betriebs GmbH beauftragt. In der Folge werden bei den östlich von Wien gelegenen Schlössern Hof und Niederweiden Gehege eingerichtet, in denen alte Haustierrassen (Schwerpunkt altösterreichische Pferderassen) und ehemals in Mitteleuropa beheimatete Großsäugetiere gepflegt werden. Gegenüber dem Palmenhaus wird im Schönbrunner Schlosspark das ehemalige „Sonnenuhrhaus“, ein weiteres historisches Gewächshaus, zusammen mit der Verwaltung der Österreichischen Bundesgärten als „Wüstenhaus“ betrieben.
2004   Im Mai wird das modernisierte und umgebaute Polarium eröffnet. Im September erfolgt der Spatenstich für das aktuelle Großprojekt, den Bau einer Asien-Anlage im Bereich des östlichen Einganges in den Tiergarten (Eingang Neptunbrunnen). Die „Tiergarten Schönbrunn Gastronomie GmbH“ entsteht und übernimmt die Bewirtschaftung des Kaiserpavillons sowie anderer nach Ablauf der Pachtverträge frei werdender Gastronomie-Einrichtungen in Tiergarten. Neben zahlreichen Informations- und Unterhaltungsangeboten für große und kleine Besucher wird auch das 10jährige Bestehen des neuen Tirolerhofes gefeiert.
2005   Im Oktober wird im ehemaligen Sumpf- und Stelzvogelhaus im Ausbaubereich, einem Bau aus den 1960er Jahren, das aus privaten Spendengeldern finanzierte Valerie H. Schindler-Insektarium eröffnet. Durch die Unterstützung des Wirtschaftsministeriums und des „Vereins der Freunde des Tiergartens Schönbrunn“ kann mit dem Umbau der ehemaligen Filmstudios an der Maxingstraße ein weiteres Großbauprojekt in Angriff genommen werden. Das im Biedermeier als Glashaus errichtete Gebäude sollte schon vor mehr als 100 Jahren Teil des Tiergartens werden und wird in seinem Erscheinungsbild aus dem späten 19. Jahrhundert revitalisiert werden. Es wird neben einem Dokumentationszentrum und einer Gaststätte in Zukunft auch die Orang-Utan-Gruppe des Tiergartens beherbergen, die hier ein großzügiges Freigehege erhalten wird.
2006   Die Zoologin und Stellvertretende Direktorin des Tiergarten Schönbrunn Dr. Dagmar Schratter tritt mit 1. Jänner 2007 die Nachfolge des in den Ruhestand tretenden Direktors Dr. Helmut Pechlaner an. Damit wird, 255 Jahre nach seiner Gründung, erstmals eine Frau an der Spitze des ältesten Zoos der Welt stehen.
2008   Im Rekordjahr konnte der Zoo 2,6 Millionen Besucher verzeichnen.
Orang Utan im Tiergarten Schönbrunn.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Zyance
2009 Im Mai wird die neue „Tiergarten Orang.erie" eröffnet. Das im Biedermeier als Gewächshaus errichtete und nun revitalisierte Gebäude sollte bereits vor mehr als 100 Jahren Teil des Tiergartens werden. Es beherbergt ein großzügiges Orang-Utan-Gehege, einen Veranstaltungssaal, Büroräume und das Archiv des Tiergartens sowie das Café Atelier Nonja. Am Hang des Glorietteberges wird der zweite Teil des Naturerlebniswegs, „Im Wald", für die Besucher freigegeben. Im Frühjahr wird der Tiergarten Schönbrunn von Anthony Sheridan, einem Londoner Unternehmer und Vorstandsmitglied der Zoological Society of London, als bester von insgesamt 60 großen europäischen Zoos ausgezeichnet. Die früher als Malerin bekannt gewordene Orang-Utan Dame „Nonja" erhält bald nach ihrer Übersiedlung in das neue Gehege eine Digitalkamera mit Internet-Anschluss und wird zu einem Star auf Facebook. Im Herbst müssen sich Mitarbeiter und Besucher schweren Herzens von Fu Long verabschieden, der mehr als zwei Jahre nach seiner Geburt an China, den Leihgeber der beiden Elterntiere, übergeben wird.
2010 Im Juni kann die großzügige neue Südamerikaanlage ihrer Bestimmung übergeben werden. Sie wird von Wasserschweinen, Flachlandtapiren, Großen Ameisenbären, Vikunjas, Seriemas und Nandus bewohnt. Eine im Regenwaldhaus entdeckte neue Schneckenart wird nach dem Kurator des Hauses, Harald Schwammer, „Schwammeria" genannt. Das Jahr bereitet dem Tiergarten Schönbrunn einen reichen Kindersegen: neben zwei Jungtieren der fast vollständig verschwundenen asiatischen Batagur-Schildkröte (derzeit sind nur mehr 20 Tiere bekannt, davon sechs im Tiergarten Schönbrunn) und den ersten Beulenkrokodilen in der Geschichte des Tiergartens kommen auch einige Publikumslieblinge zur Welt wie „Tuluba", das erste Afrikanische Elefantenbaby seit sieben Jahren, der zweite, erneut auf natürlichem Weg gezeugte kleine Große Panda, der nach einer Internet-Abstimmung auf den Namen „Fu Hu" (glücklicher Tiger) getauft wird, oder ein Zweifingerfaultier. Am Glorietteberg ziehen Arktische Wölfe an Stelle der bisherigen Timberwölfe ein. Der Naturerlebnisweg „Im Wald" erhält im unteren Teil Terrarien für heimische Amphibien und Reptilien und einem Kletterplatz für Kinder, und auf dem Areal des Tiergartens werden in Zusammenarbeit mit Birdlife Österreich Muster-Futterstellen als Überwinterungshilfe für heimische Singvögel eingerichtet. Der Tiergarten Schönbrunn wird zum zweiten Mal in Folge von Anthony Sheridan als bester Zoo Europas ausgezeichnet.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
2011 Anfang Mai wird im Tirolergarten anlässlich des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Jahres des Waldes in Zusammenarbeit mit den Österreichischen Bundesforsten ein neuer „Walderfahrungsweg" eröffnet. Im Sommer weckt ein Aufruf zur freiwilligen Mitarbeit im Tiergarten das Interesse von mehr als 300 Menschen, die an der Informationsveranstaltung teilnehmen. Die Interessenten durchlaufen eine Einführung in Aufgaben, Ziele und betriebliche Organisation des Tiergartens.
2012 Zu Jahresbeginn wird das Deckenfresko im Kaiserpavillon restauriert. Mit der „ZOOcard" erhalten Stammgäste ab Februar zahlreiche Vergünstigungen und Ermäßigungen. Am 25. April wird nach einer zweijährigen Revitalisierung und Modernisierung das historische Affenhaus wiedereröffnet. Es beherbergt nun sechs Affenarten sowie in der erstmals für Besucher begehbaren Galerie die kulturgeschichtliche Dauerausstellung „Affen-Zeiten". Im Mai wird die neu gestaltete Bienenanlage ihrer Bestimmung übergeben. Der erste Wiener Zoolauf Ende Juni mit mehr als 1.300 Teilnehmern und die „Lange Sommernacht" am 6. Juli anlässlich des 260-jährigen Bestehens des Tiergarten Schönbrunn mit Artisten, Musik und Lichtspielen werden zu einer besonderen Attraktion. Nach seiner zweimaligen Auszeichnung als bester Zoo Europas wird der Tiergarten Schönbrunn nun auf der Internet-Plattform „TripAdvisor" auch zum beliebtesten Zoo Europas gewählt. Einem großen Familienfest zum 260. Geburtstag Ende Juli folgt im Herbst in Zusammenarbeit mit „Radio Wien" und der „Kronen Zeitung" die Wahl der „Großen Zehn der beliebtesten Tiere" 2012. Im September legt die Tageszeitung „Österreich" ein Sticker-Album auf, das 260 Tierarten aus Schönbrunn mit begleitenden Informationen vorstellt. Am 7. November übersiedelt auch der zweitgeborene Große Panda Fu Hu in seine Heimat China und trifft dort in der Pandazucht- und -forschungsstation Bifengxia, wie zuvor schon sein Bruder Fu Long, auf gleichaltrige Artgenossen. Jungtiere bei den Südamerikanischen Schnappschildkröten bedeuten für den Tiergarten Schönbrunn auch dieses Jahr wieder eine Welterstnachzucht.
2013 Der Tiergarten Schönbrunn wird zum dritten Mal in Folge als bester Zoo Europas ausgezeichnet. In drei Kategorien der internationalen „Giant Panda Zoo Awards" erhält er je einmal Gold, Silber und Bronze und für seine fortgesetzten Bemühungen um den Einsatz erneuerbarer Energien im Herbst den Österreichischen Solarpreis. Im April wird die Universum-Dokumentation „Leben im Zoo" von Lukas Beck gesendet. Sie erzielt mit mehr als 840.000 Sehern die höchste Universum-Einschaltquote seit 2008 und wird Anfang Dezember beim 11. Internationalen Matsalu Nature Film Festival in Estland mit dem Spezialpreis ausgezeichnet.
Eisbär im Tiergarten Schönbrunn.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
2014 Im Mai wird die Eisbärenwelt „Franz Josef Land“ eröffnet, eine insgesamt 1.700 m² große neue Anlage mit 450 m² Wasserflächen. Eine Photovoltaikanlage sorgt für größtmögliche Energieeffizienz. Im „Polardom“ ist ein Informationszentrum über die Lebensräume der Arktis und Antarktis und deren aktuelle Bedrohungen eingerichtet. Mit dem Männchen Ranzo aus Finnland und dem Weibchen Lynn aus den Niederlanden bewohnen nun vorerst zwei „Halbwüchsige“ das neue Gehege. Im Juli übersiedeln auch die Nasenbären in ihr neues Quartier zwischen Franz Josef Land und Regenwaldhaus. Erstmals seit 13 Jahren gibt es wieder Nachwuchs bei den Geparden: Im April und im Juli kommen jeweils Drillinge zur Welt, die sofort zu einer großen Attraktion werden. Im Oktober empfängt der Tiergarten Schönbrunn aus dem Zoo Beauval in Frankreich das zweijährige Koala-Männchen Wirri Wirri, nachdem Anfang Juli das Männchen Bilyarra im hohen Alter von 16 Jahren eingeschläfert werden musste, das seit 2002 in Schönbrunn gelebt hat. An neuen Tierarten ziehen Ende August in ihrem Lebensraum in Nordwestafrika bereits ausgestorbene Mhorrgazellen ein, die sich seit 1968 nur mehr in Menschenobhut vermehren konnten, und im September in ihrem Bestand in freier Wildbahn stark gefährdete Dikdiks, eine nur etwa hasengroße afrikanische Zwergantilopenart.
2015 Der Tiergarten Schönbrunn übernimmt die Zuchtbücher für die Nördlichen und Südlichen Felsenpinguine. Im April erhält die Tierärztliche Ordination einen Computertomographen, der in der angeschlossenen Haustierpraxis Verwendung findet und auch dem Tiergarten zur Verfügung steht. Anfang Mai erfolgt der Spatenstich für die neue Giraffenanlage. Der aus diesem Anlass angestrebte Guinness-Weltrekord von 1.828 Origami-Giraffen, passend zur Ankunft der ersten Giraffe in Schönbrunn im Jahr 1828, ergibt am Ende mit der Unterstützung von zahlreichen Privatpersonen, Vereinen, Schulen und Kindergärten aus dem In- und Ausland die unglaubliche Zahl von 18.490 gefalteten Papier-Giraffen.
2016 Im Frühjahr wird der Tiergarten Schönbrunn für den im Bau befindlichen neuen Giraffenpark mit dem Umweltpreis der Stadt Wien ausgezeichnet. Im Regenwaldhaus entsteht in Zusammenarbeit mit der Initiative „Frogs & Friends“ ein neuer Erlebnisbereich für Frösche, und der Tiergarten Schönbrunn richtet mit der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie einen jährlich dotierten Fonds für Grundlagenforschung an Amphibien und Reptilien ein. Im Juni ziehen stark gefährdete Amur-Leoparden statt der Jaguare in die Großkatzenanlage ein, und im Juli verstärkt der neue Elefantenbulle Shaka nach der Übersiedlung von Tuluba nach Frankreich die Schönbrunner Elefantengruppe. Die Artenschutztage Anfang September werden bereits von der Geburt von Panda-Zwillingen am 7. August begleitet.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Der kaiserliche Frühstückspavillon.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Speziell durch das Engagement des ehemaligen Tiergartendirektors, Helmut Pechlaner, in den ORF-Sendereihen Treffpunkt Natur (1990–1995) und Universum wurde im Fernsehen des Öfteren über Schönbrunn berichtet. Des Weiteren ist der Tiergarten Schauplatz der ORF-Kinderserie Tom Turbo von Thomas Brezina. Das sprechende Fahrrad Tom Turbo hat hier seine Garage und ist seit 2006 – natürlich im Einklang mit seinem Erfinder – Pate eines Sibirischen Tigers. Pechlaner spielte in einigen Folgen mit. Nach der Geburt des Panda-Babys Fu Long im August 2007 sendete der ORF bis April 2008 wöchentlich das von Heinz Leger gestaltete Format Panda TV, das von der Entwicklung des jungen Pandas und von anderen Geschehnissen im Zoo, wie beispielsweise über die Arbeit der Tierärzte, erzählte. In der ORF-Sendung Wien heute berichtet Patrick Budgen seit 2010 jeweils im Frühjahr über das abwechslungsreiche Leben und Treiben im Tiergarten.
Briefmarke "250 Jahre Tiergarten Schönbrunn"
Bild: © Post.at
Erscheinungsdatum:   3.6 2002
Auflagenhöhe:   420 000
Druckart:   Kombinationsdruck
Entwurf:   Adolf Tuma
Stich::   Wolfgang Seidel
Druck:   Österreichische Staatsdruckerei
Art:   Blockausgabe
Website Screenshot 2017: https://www.zoovienna.at/
Tiergarten Schönbrunn
Schönbrunner Tiergarten-Gesellschaft m.b.H.
Maxingstraße 13b, 1130 Wien
Telefon: +43 1 877 92 94-0
Öffnungszeiten:
Täglich ab 9:00 geöffnet – 365 Tage im Jahr – auch an Feiertagen.
Die Schließzeiten sind je nach Jahreszeit zwischen 16:30 und 18:30, Kassenschluss und letzter Einlass ist eine halbe Stunde vor Ende der Besuchszeit.
www.zoovienna.at
 
 
 
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Volksgarten
Der Volksgarten liegt auf einem Areal, auf dem sich früher in erster Linie Festungsanlagen befanden. Darin wurde ein Park angelegt, der ursprünglich als Privatgarten für die Erzherzöge gedacht war, doch auf Vorschlag der Hofgartenverwaltung der erste öffentliche zugängliche Park in Hofbesitz wurde.
Ab 1825 war die Bezeichnung Volksgarten gebräuchlich. Verantwortlich für das Konzept des Garten war Ludwig von Remy, die gärtnerische Gestaltung erfolgte durch den Hofgärtner Franz Antoine dem Älteren. Die streng geometrische Form der Wege erleichterte auch die Überwachung der Besucher.
In der Mitte der Anlage wurde von 1819 bis 1823 nach Entwürfen von Peter von Nobile der Theseustempel angelegt. Nach Schleifung einer Kurtine um 1860 wurde der Volksgarten von Franz Antoine dem Jüngeren im Zuge des Ringstraßenbaus im französischen Barockstil erweitert und 1864 mit einer Einfriedung von Moritz Löhr versehen.
Das Palmenhaus
ist ganzjährig geöffnet.
 
 
Palmenhaus
Das 1882 eröffnete Schönbrunner Palmenhaus ist das prominenteste der vier Pflanzenhäuser im Schönbrunner Schlosspark und, zusammen mit den Kew Gardens und dem Palmenhaus von Frankfurt, weltweit eines der drei größten seiner Art.
Die Eisen-Glas-Konstruktion ist ein architektonisches Schmuckstück des Schlossparks. Das Haus wurde von 1986 bis 1990 generalsaniert. Heute zeigt es Teile der Schausammlungen der Bundesgärten mit zahlreichen mediterranen, tropischen und subtropischen Pflanzen.
Von den wichtigsten Pflanzenarten fehlen nur die Wüstenpflanzen, die man sich jedoch im nahen und erst vor kurzem eröffneten Wüstenhaus ansehen kann. Dort gibt es eine künstliche Landschaft voller Kakteen, in der farbenfrohe Geckos in der Hitze baden und winzige Elefantenspitzmäuse zwischen den Felsen und Sukkulenten herumhuschen.
Das Palmenhaus
ist ganzjährig geöffnet.
 
 
Grinzing
Kaiser Probus ist schuld daran, dass schon 276 n.Chr. die ersten Weinstöcke auf den Hügeln rund um Grinzing gepflanzt wurden. Diese botanische Nebenbeschäftigung der römischen Legionäre brachte dem kleinen Dorf vor den Toren Wiens Wohlstand und viel, viel später sogar internationale Berühmtheit - denn in dieser anmutigen Landschaft wächst ein vorzüglicher Wein!
Um bei allen kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten 700 Jahre gelegentlich ungeschoren davonzukommen, legten die Grinziger Weinbauern von ihren Weinkellern aus unterirdische Fluchtwege an, die sie bis in ihre geliebte Grinzinger Kirche brachten.
Auch das ehemalige "Alte Preßhaus", Grinzings älteste Weinschänke, besaß einen Gang unter der Erde. Seit 1527 wurde in dem mächtigen, eindrucksvollen Keller der "junge Wein" ausgeschenkt.
Vor einer prachtvollen, 250 Jahre alten Weinpresse und großen, alten Fässern konnte man hier Heurigengemütlichkeit erleben. Diese typische Wiener Geselligkeitsform, seit Maria Theresias Zeiten als "Heuriger" amtlich bezeichnet, ist für den Wiener ein kleines, zeitloses Stückchen Glück.
 
 
 
 
 
 
 
 
Der Augarten
Ein allen Menschen gewidmeter Erlustigungsort
Die Gartenanlage im französischen Stil bietet neben einem gepflegten Parterregarten mit aufwändigen Blumenlandschaften auch ein weitläufiges, von schattigen Alleen aus Kastanien, Rüstern, Linden, Eschen und Ahornbäumen durchzogenes Gebiet, das für die Bevölkerung und für touristische Besucher Raum zur Erholung, aber auch zur sportlichen Betätigung bietet.
Älteste barocke Gartenanlage Wiens
Wie in fast allen Bundesgärten in Wien ist der Zugang in der Nacht nicht möglich, da die fünf Parktore vom Einbruch der Dunkelheit bis zum frühen Morgen geschlossen sind; Metallschilder mit den saisonabhängigen Öffnungszeiten sind an den Toren angebracht.
Flaktürme Augarten - Monströse Überbleibsel des „Dritten Reichs“
Im Sommer 1944 wurde mit dem Bau von zwei der Wiener Flaktürme (einem Gefechtsturm mit einer Höhe von 55 Metern und einem Leitturm mit einer Höhe von 51 Metern) begonnen, die durch ihre bizarre Erscheinung inmitten des Gartens mittlerweile zu einem Charakteristikum des Augartens geworden sind.
Augarten, 1020 Wien
ÖFFNUNGSZEITEN:
Der Garten wird von 1. April bis 31. Oktober um 6.30 Uhr
und von 1. November bis 31. März
um 7.30 Uhr geöffnet.
 
 
Prater Wien
Der Wellenbrecher oder umgangssprachlich einfach „Scherm“ genannte Kettenflieger begeistert seit Jahrzehnten die Praterbesucher und weckt mit Sicherheit zahlreiche Kindheitserinnerungen. In luftigen Höhen lässt sich hier schon im Eingangsbereich des Wurstelpraters ein erster Überblick über das Areal gewinnen.
Pratercard
Mit der Pratercard wird die Tradition der bargeldlosen Bezahlung bei den Praterattraktionen zeitgerecht weiter geführt, die vor Jahren mit dem „Calafati Schilling“ ihren Anfang nahm. Die Pratercard eignet sich hervorragend als Geschenk zu jedem Anlass, oder für Ihren nächsten Firmen-Betriebsausflug in den Wiener Prater.
Wiener Riesenrad
Das Wiener Riesenrad im Prater im Gemeindebezirk Leopoldstadt ist eine Sehenswürdigkeit und ein Wahrzeichen Wiens. Es wurde 1897 zur Feier des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. errichtet und war zur damaligen Zeit eines der größten Riesenräder der Welt.
 
 
 
 
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